Die Lüneburger Heide ist ein zwischen den Städten Hannover, Hamburg und Bremen gelegenes Gebiet, das zum Bundesland Niedersachsen gehört. Das hervorstechendste Merkmal dieser für Norddeutschland typisch flachen Landschaft ist mit Sicherheit die Pflanze, der sie ihren Namen verdankt. Denn große Teile ihres kargen, sandigen Bodens sind von Heidekraut bedeckt, das mit seiner matt dunkelgrünen Farbe und seinem niedrigen Wuchs die meiste Zeit des Jahres für Viele vielleicht ein wenig langweilig wirkt. Aber sobald um August und Anfang September der Spätsommer kommt und das Heidekraut in voller Blüte steht, leuchtet die ganze Lüneburger Heide in verschiedenen Schattierungen von rosa über pink bis zu einem kräftigen violett. Deshalb ist die beste Reisezeit für die Lüneburger Heide eben dieser Spätsommer, etwa zwischen dem 8.8. und dem 9.9., wenn die Heide blüht. Ein traumhaftes Ziel für romantisches Camping!
Außerdem wird die Lüneburger Heide, die bereits 1922 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, der daraus folgenden Aufgabe bis heute gut gerecht, denn sie ist Lebensraum einiger bedrohter Tierarten, wie der Zauneidechse, der Schlingnatter sowie verschiedener Amphibien- und Libellenarten. Darüber hinaus kann man hier mit etwas Glück vielleicht eine Heidelerche, ein Birkhuhn, einen Raubwürger oder einen Fischotter in seiner natürlichen Umgebung sehen. Möglich wird dies durch die zwar auf den ersten Blick recht karge, aber bei genauerem Hinsehen doch sehr reizvolle Landschaft. Denn diese bietet neben dem allgegenwärtigen Heidekraut auch zahlreiche Bächlein und Mooren auch einige Wäldchen, die vorwiegend aus Erlen und Eschen bestehen. Im Gegensatz zu den seltenen, teilweise sogar vom Aussterben bedrohten Wildtieren, die man nur mit Glück zu Gesicht bekommt, begegnen einem in der Lüneburger Heide aber öfters Schafherden, meist mit Tieren der hier gängigen Rasse der Heidschnucken.
Wie ihr seht, ist die Lüneburger Heide ein toller Urlaubsort für Naturfreunde und das nicht nur zur Zeit der berühmten Heideblüte. Denn Wandern und/oder Rad fahren ist schließlich zu jeder Jahreszeit erholsam. Außerdem haben auch die im Herbst bunt werdenden Blätter der in der Heide vorherrschenden Erlen- und Eschen sowie die im Winter mit Raureif überzogenen Heidekrautbüsche einen ganz besonderen Reiz.
Aber auch wenn ihr eher der Typ Städteurlauber seid oder neben der ganzen Natur zur Abwechslung auch einmal Stadtluft schnuppern wollt, hat die Lüneburger Heide einiges zu bieten. Da wäre natürlich zuerst die am Rand derselben gelegene Kreisstadt Lüneburg zu nennen, die mit ihren rund 78.000 Einwohnern (Stand Ende 2021) gar nicht so klein ist und in der es sogar eine Universität gibt. Sehenswert sind dort u a die mittelalterliche Altstadt, einschließlich des von gotischen Backstein-Giebelhäusern umkreisten Platzes Am Sande, das Deutsche Salzmuseum sowie der Lüneburger Kalkberg, ein um einen Salzstock herum gelegenes Naturschutzgebiet.
Ungefähr gleich viele Einwohner wie Lüneburg hat die südlich der Heide gelegene Kreisstadt Celle. Auch diese verfügt über eine pittoreske Altstadt mit mehr als 400 Fachwerkhäusern, außerdem über ein Schloss, das teils in der Renaissance und teils im Barocks erbaut wurde. Neben dem 1674 gegründeten Schlosstheater, das als das älteste noch bespielbare Theater Deutschlands gilt, können kulturell Interessierte in Celle auch das am Rand der Altstadt gelegene Kleinkunsttheater „Kunst & Bühne“ oder das „Bunte Haus“, ein Kulturzentrum, besuchen. Und wenn ihr Jugendliche dabei habt, könnt ihr diese vielleicht auch an der CD-Kaserne, einem Kulturzentrum für Jugendliche, absetzen.
Wer noch mehr Stadt braucht, sollte über einen Besuch in Hamburg nachdenken, denn das ist die wahre Großstadt aus dem Dreieck Hannover - Bremen – Hamburg, die der Lüneburger Heide am nächsten liegt (die Entfernung von Lüneburg nach Hamburg beträgt rund 57 km). Weitere Vorschläge für Unternehmungen in der Lüneburger Heide wären:
- Ein Ausflug zum im Herzen des Naturschutzgebiets Lüneburger Heide gelegenen Wilseder Berg. Von dieser mit 169 Metern höchsten Erhebung der norddeutschen Tiefebene hat man einen fantastischen Blick über die Heide und bei gutem Wetter sogar bis nach Hamburg. Da der Ort Wilsede in direkter Nachbarschaft zum gleichnamigen Berg im autofreien Teil der Heide liegt, ist es allerdings eine gute Idee, Ort und Berg zu Fuß, mit dem Rad oder – was besonders reizvoll sein kann – mit einer der in der Heide beliebten Pferdekutschen anzusteuern.
- Nur einen Kilometer von Wilsede entfernt liegt der Totengrund, ein wunderschönes Tal, das vielleicht nicht auf jeder Touristenhighlight-Liste steht, aber ein visuelles Erlebnis bietet, mit dem nicht viel mithalten kann. Wir empfehlen es auf jeden Fall!
- Auch das 8000 Jahre alte, sagenumwobene Pietzmoor bei Schneverdingen, das man auf einem 5 km langen Rundweg umwandern kann, ist einen Besuch wert
- Das ebenfalls bei Schneverdingen gelegene Landschaftsschutzgebiet Höpen mit seinem Heidegarten. Letzterer empfiehlt sich vor allem für Urlauber, die nicht zur Zeit der Heideblüte hier sind, denn im Heidegarten wachsen rund 180 verschiedene Heidekrautarten und von denen blüht immer mindestens eine. Sehenswert ist auch der tägliche Aus- und Eintrieb der Höpener Heidschnuckenherde aus dem bzw. zurück in den Stall.
