31/1/2023
8 min
Sandra

So verhältst du dich beim Kontakt mit wilden Tieren

Wer gerne Wildcampen fährt, kommt um die eine oder andere Begegnung mit wilden Tieren nicht herum. Heute beraten wir euch, was ihr tun könnt, wenn ihr in der Wildnis einem wilden Tier begegnet... und vor allem was ihr nicht tun solltet.

Nicht nur der Wolf verbreitet sich in Deutschland langsam wieder, auch viele andere Tiere siedeln sich wieder bei uns an, so gehören Biber, Fischotter aber auch Luchse zu den Tieren, die man beim Ausflug in die Natur neben Kaninchen, Eichhörnchen, Waschbären und Rehen auch entdecken kann. 

Egal um welches Tier es sich dabei handelt, denk immer daran, es handelt sich dabei um ein wildes Tier, das keine Erfahrung im Umgang mit dem Menschen hat . Nähere dich keinen wilden Tieren und berühre sie nicht, auch wenn sie zahm erscheinen.

Auch wenn es eine Studie aus Schweden gibt, nach der Wölfe wie Hunde auch gestreichelt werden wollen, solltest du das nicht mit jedem Wolf in der wilden Natur tun. Ein Wildtier, das gestreichelt werden will, kann immer noch krank sein, oder wütend, oder hungrig. Wer Wölfe streicheln will, geht also besser in einen Park für zahme Wölfe.

Begegnung mit wilden Tieren - Was tun?

Du bist im Wald unterwegs, als du ein süßes kleines Eichhörnchen vorbeispringen siehst. Plötzlich verspürst du den Drang, es hochzuheben und einen Selfie zu machen. Schließlich ist es doch nur ein harmloses kleines Tier, oder? Falsch! Selbst scheinbar zahme Tiere können eine ernsthafte Bedrohung für deine Sicherheit darstellen. Wilde Tiere sind nicht an die Nähe von Menschen gewöhnt und können aggressiv reagieren, wenn sie sich bedroht fühlen. Außerdem tragen viele Tiere Krankheiten in sich, die auf den Menschen übertragen werden können, wie z. B. Tollwut. Ganz gleich, ob du einem Eichhörnchen, einem Reh oder einem anderen Wildtier begegnest, solltest du immer auf Nummer sicher gehen.

Halte Abstand - beobachte sie aus einer sicheren Entfernung

Es gibt kaum etwas Schöneres, als einem wilden Tier ganz nah zu kommen. Egal, ob du auf einer Safari in Afrika bist oder eine Wanderung in deinem örtlichen Park machst, ein Tier in seinem natürlichen Lebensraum zu sehen, ist immer ein aufregendes Erlebnis. Du darfst aber nicht vergessen, dass diese Tiere wild sind und gefährlich sein können. Deshalb ist es immer am besten, wenn du sie aus einer sicheren Entfernung beobachtest. Wenn du Abstand hältst, kannst du das Erlebnis genießen, ohne dich oder die Tiere in Gefahr zu bringen. Wenn du also das nächste Mal das Glück hast, ein wildes Tier in seinem natürlichen Lebensraum zu sehen, tritt einen Schritt zurück und genieße den Anblick aus der Ferne.

Vermeide laute Geräusche oder plötzliche Bewegungen

Die meisten von uns wurden schon durch eine plötzliche Bewegung und ein lautes Geräusch aufgeschreckt. Das ist eine instinktive Reaktion, die uns hilft, uns vor Gefahren zu schützen. Aber es ist wichtig, daran zu denken, dass wilde Tiere genauso empfänglich für Schreckreaktionen sind. Wenn du also in der Natur unterwegs bist, solltest du laute Geräusche oder plötzliche Bewegungen vermeiden, die sie aufschrecken können, besonders wenn du bereits ein wildes Tier in Sichtweite hast. Natürlich können wir manchmal nicht anders, als Lärm zu machen oder uns ein bisschen zu bewegen. In solchen Fällen ist es wichtig, ruhig zu bleiben und plötzliche oder aggressive Gesten zu vermeiden. Wenn wir einen kühlen Kopf bewahren, können wir Schreckreaktionen bei Wildtieren verhindern und alle in Sicherheit bringen.

Füttere niemals Wildtiere

Wir alle haben diese herzerwärmenden Videos gesehen, in denen Menschen wilde Tiere füttern, egal ob es sich um ein Reh in deinem Garten oder eine Möwe am Strand handelt. Auch wenn es harmlos erscheint, gibt es einige gute Gründe, warum du Wildtiere nicht füttern solltest. Zum einen können sie dadurch vom Menschen abhängig werden, was weder natürlich noch gesund für sie ist. Außerdem werden sie dadurch mutiger und kommen eher auf Menschen zu, was zu gefährlichen Situationen für Mensch und Tier führen kann. Wenn du also das nächste Mal in Versuchung kommst, das Eichhörnchen in deinem Park zu füttern, denk daran, dass es am besten ist, es einfach in Ruhe zu lassen.

Wenn du ein verletztes oder in Not geratenes Tier siehst, rufe einen Fachmann

Jeder, der schon einmal ein Haustier hatte, weiß, dass Tiere schnell und wendig sein können und oft sofort losrennen, wenn sie etwas sehen, das sie interessiert oder ihnen Angst macht. Das kann manchmal dazu führen, dass sie sich verirren oder verletzen, und es kann schwierig sein, zu wissen, was man in solchen Situationen tun soll. Wenn du ein Tier siehst, das in Not zu sein scheint, ist es am besten, einen Profi zu Hilfe zu rufen. Tierretter/innen sind für solche Situationen geschult und können dem Tier auf sichere und humane Weise helfen. Sie wissen auch, wie sie den Besitzer des Tieres kontaktieren können, wenn es sich verlaufen hat, und können es bei Bedarf medizinisch versorgen. Solltest du also jemals ein Tier in Not sehen, zögere nicht, die Profis anzurufen. Du selbst verursachst wahrscheinlich nur mehr Schaden.

Lasse keinen Müll in der Natur zurück, der gehört richtig entsorgt

Wenn du zum romantischen Camping-Date unterwegs bist, ein Picknick planst oder mit den Kindern am Feuer Marshmallows grillen möchtest, denk nach, wie man sich entsprechend verhält. Wer Wildgrillen mag, muss ein paar Regeln beachten. 

Denke daran: Auch wenn ein Tier freundlich aussieht, ist es immer noch wild. Das Beste, was du tun kannst, ist, sie aus der Ferne zu beobachten und laute Geräusche oder plötzliche Bewegungen zu vermeiden, die sie aufschrecken könnten. Und füttere niemals ein wildes Tier! Wenn du ein verletztes oder verstörtes Tier siehst, ist es am besten, einen Fachmann zu Hilfe zu rufen.

Wo müssen wir mit Begegnungen rechnen?

Obwohl in Deutschland immer mehr Wolfsrudel leben, wird der Wolf nicht gejagt. Die meisten Wolfsrudel triffst du übrigens in Brandenburg. Er darf aber auch dort nicht gejagt werden. Ein Abschuss eines Tieres der streng geschützten Art unter Naturschutz ist streng verboten, solange sich kein Tier gegenüber Menschen aggressiv verhält. Und Wölfe sind geschützt, teilweise weil wir ihnen über die Jahre immer mehr Lebensraum geraubt haben. Einige Reservate haben sich den armen Tieren angenommen.

Sollte ein Wolf ein Nutztier reißen, gibt es in fast allen Bundesländern mit etablierten Wolfsvorkommen staatliche Zuschüsse für den Herdenschutz. Da geht es um hohe Elektrozäune und sogar Hütehunde. Der Herdenschutz sollte natürlich stattfinden, ehe ein Wolf ein Schaf oder eine Ziege reißt. Auch in Niedersachsen und Sachsen gibt es Wolfsrudel und auch in Nordrhein-Westfalen wurden schon immer wieder Wölfe gesichtet. Da die Wölfe viele Kilometer wandern und ihr Gebiet mal wechseln, kann der Gesamtbestand aber gar nicht genau beziffert werden. Das ist aber etwas Gutes! Und wenn es für uns beim Wildcampen manchmal eine Begegnung mit einem Wolf bedeutet, ist das in Ordnung!

Sandra
Sandra ist viel unterwegs, und bei Camper4all die Expertin für Reisen mit Hund sowie aktiv Reisen.

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