Camping Tipps - Wie kühlt man Lebensmittel ohne Kühlschrank?

Reisen ohne Kühlschrank bedeutet oft Einschränkungen bei der Ernährung, wir haben für dich Tipps wie du auch ohne Kühlschrank nicht auf gutes Essen verzichten musst.

Wir können uns heute kaum noch vorstellen, wie wir ohne Kühlschrank leben sollten. Lebensmittel einfach kalt stellen zu können, nimmt uns zahlreiche Entscheidungen ab. Zu viel gekocht? Das kann man morgen noch essen! Zu viel eingekauft? Im Kühlschrank hält das! Wer aber viel auf Reisen ist, wird schnell merken, dass ohne Kühlschrank zu leben eine oft unvermeidbare Realität ist.

Für die meisten Erwachsenen heißt das Leben ohne Kühlschrank, dass man auf vieles verzichten und anders kochen muss. Für die meisten Kinder ist dieses Leben dagegen ein handfestes Abenteuer: Wenn man nie was vom Vortag isst, hat man immer etwas Neues, isst mehr in Restaurants und an Imbissen und muss nie von dem leben, was man schon da hat. Oder zumindest stellen Kinder sich das so vor.

Vorkochen für die Haltbarkeit

In Wirklichkeit wird so ein Urlaub sehr schnell sehr teuer. Ums Kochen kommt man nicht ganz herum. Unser Tipp – Vorkochen spart Zeit: Am Tag vor der Abreise gemeinsam etwas vorbereiten und im Kühlschrank vorkühlen oder auch schon einige Tage vorher einfrieren und gefroren in eine Kühltasche einpacken. So beginnt die Vorfreude auf das Abenteuer „Camping ohne Kühlschrank“ schon viel früher und die Kinder lernen, sich vorzubereiten.

Gut geeignet für das Vorkochen sind beispielsweise Tomatensauce, Gulasch oder Nudelsuppen – sie halten sich auch einige Tage in einer Kühltasche. Gekühlte Getränke und Tiefkühl-Essen beispielsweise hält sich erstaunlich lange gegenseitig in der Kühltasche kühl. Sicherheitshalber aber immer auf Geruch und Geschmack prüfen vor dem Zubereiten – riecht das Essen sauer oder muffig, ist es nicht mehr genießbar. 

Nicht auf Vorrat kaufen

Wichtig beim Leben ohne Kühlschrank ist es, öfter einkaufen zu gehen, damit verderbliche Lebensmittel schnellstmöglich verbraucht werden können. Spätestens alle zwei Tage sollte man also den Weg zum Supermarkt gehen und dort nach lang haltbaren Lebensmitteln Ausschau halten. Auch regionale Märkte, der Direkt-Verkauf in Hofläden oder Obstbäume, die zum Pflücken freigegeben sind gute Quellen.

Zur Grundausstattung gehören auf jeden Fall:  Nudeln, Reis, Dosengemüse, Couscous, Mehl, Zucker, Salz, Pfeffer, Öl, Gewürze, haltbare Milch und Sahne/Schmand im wiederverschließbaren Tetrapack, Milchpulver, Kaffee und Tee, Zwiebeln, Knoblauch, Tomatensauce, Pesto, Cornflakes und Müsli sowie Eier.

Haltbar und in kleinen Portionen

Den Speiseplan an das stromlose Kühlen anzupassen klingt dramatischer als es ist. Keine Angst, es gibt viele Lösungen und Alternativen – vor allem vegetarische – und es muss nicht immer Instant- oder Fertig-Essen sein.

Vielleicht hilft der Hinweis, dass es noch keine hundert Jahre her ist, seit es Kühlschränke in den Küchen Deutschlands gibt. Wenn unsere nahen Vorfahren es geschafft haben, dann bekommen wir das auch hin. Wir müssen nur wissen, was sich wie lange hält und wobei wir schnell vorsichtig werden müssen.

Camping Tipps - Wie kühlt man Lebensmittel ohne Kühlschrank?

Was hält sich auch ohne Kühlung länger?

  • Viele Gemüsesorten: Zucchini, Karotten, Kürbis, Kohl, Kohlrabi, Landgurken
  • Obst: Äpfel, Birnen, Melonen, Bananen
  • Kartoffeln – auch Süßkartoffeln
  • Hülsenfrüchte und Couscous
  • Reis und Nudeln
  • Salami oder Schinken am Stück
  • Viele Käse am Stück oder in Dosen verpackt (Schwitzwasser vermeiden)
  • Pumpernickel, Knäckebrot und Reiswaffeln
  • H-Sahne oder Hafersahne
  • Natürlich viele zuckerhaltige Brotaufstriche wie Schokocreme, Honig und Zuckerrübensirup
  • Eingemachtes im Glas

Welche Ersatzprodukte gibt es für zu kühlende Lebensmittel wie…  

  • statt Frischmilch: H-Milch 0,5l oder Hafermilch, Cashew Milch, etc.
  • statt Butter: Olivenöl und Kokosfett
  • statt Hackfleisch: vegetarische Hack aus Soja, Sonnenblumenkernen oder Linsen
  • statt Burgerpattys: vegetarische Bratlinge (eingeschweißt oder zum Anrühren mit Wasser)

Es gibt auch Abkühlung ohne Strom

Was in Zeiten vor dem Kühlschrank der Eiskeller war, ist heute die Kühltasche. Eine gut isolierte Kühlbox mit Kühlakkus hält im Schatten gut zwei Tage kühl. Als Alternative zu den Akkus kann man auch einige Plastik-Wasserflaschen (ohne Kohlensäure) tiefgefrieren und mindesten zwei Tage zum Kühlen nutzen.

Auch bauen sich einige Camper ihre Isoliertruhen selbst, wie beispielsweise Erdkühlschränke, die besonders beim Campen beliebt sind. Einfach im Schatten ein Loch buddeln und dabei die Grassode (Grasstück) sauber und tief ausheben, um es später wieder einzusetzen, die Lebensmittel in eine Tüte geben und mit feuchtem Tuch umwickeln, sicher verschließen, Loch schließen und dann nach dem Aufenthalt die feucht gehaltenen Grassoden wieder sauber einsetzen und angießen.

Wer nicht auf moderne Technik verzichten will, kann aber auch in gas- und batteriebetriebenen Absorber-Kühlschränken und -Boxen eine bequeme Lösung finden, oder wählt die Cheat-Variante und mietet ein Kühlfach auf dem Campingplatz. Daran ist nichts verwerflich, denn schließlich geht es nicht darum, einen Autark-Zelt-Wettbewerb zu gewinnen, sondern Spaß beim Familien-Zelten zu haben.

Essensplan: Ein Tag ohne elektrische Kühlung

All unsere Tipps klingen toll, aber lassen die Camping-Erfahrung ohne Kühlschrank vielleicht etwas monoton klingen. Das muss sie aber wirklich nicht sein! Wir haben hier einige Optionen für gesammelt, wie ihr mit Materialien, die sich gut auch ohne Kühlschrank transportieren lassen, alle Mahlzeiten des Tages abdecken könnt!

Frühstück

  • Müsli mit Bananen und vielleicht selber gepflückte Beeren und Kokosmilch
  • Porridge mit Zimt und gegrillten/ in Kokosfett gebratenen Äpfeln
  • Reiswaffeln mit Schokocreme
  • Pumpernickel mit Käse
  • Rührei mit Knäckebrot

Mittagessen

  • Zucchini-Karotten-Gemüse in Kokosmilch mit Reis
  • Nudeln mit Mais-Thunfisch-Sauce
  • Tortellini mit Champignons, Erbsen und Sahnesauce
  • Japanische Pizza mit Kohl und Zwiebeln sowie Sojasauce oder Mayo und Algen (Rezept folgt)
  • Süßkartoffel-Püree mit Pilzen
  • Arme Ritter oder Kaiserschmarren
  • Hot-Dogs mit Würstchen aus dem Glas, Gurke und Röstzwiebeln

Snacks

  • Reiswaffeln mit Käsestückchen, Karotten und Gurke
  • Melonenstücken
  • Couscous-Salat mit Mais, Gurken und Tomaten sowie Essig-Öl-Dressing

Abendessen

  • Wraps mit Avocado, Tomatensauce und Schmand sowie Mais, Bohnen und vegetarischen Hack oder Falafel
  • BBQ-Gemüse und Süßkartoffel-Burger
  • vom Lagerfeuer oder Grill: Grillkäse mit Gemüse und Maiskolben

Fazit: Was braucht man zum Campen ohne Kühlschrank?

Als Fazit lässt sich festhalten: Das Campen ohne Strom und Kühlschrank funktioniert gut – man muss sich nur darauf einlassen und wissen, was einen erwartet.

Deshalb ist es wichtig, persönliche und familiäre Ansprüche vorab zu besprechen und je nach Ziel, Wetter und Transportmittel Entscheidungen, Arrangements und Kompromisse zu treffen. Denn je nach Art und Dauer des Urlaubs, sowie je nach Vorlieben sind unterschiedliche Ausstattungen und Lebensmittel sinnvoll.

Lebensmittel kühlen ohne Kühlschrank bedeutet für Erwachsene oft viel Stress, aber für Kinder ist es ein großes Abenteuer. Bei vielen unseren Reisen mit dem Campervan haben wir den Kühlschrank nicht an, da ich selbst kein Freund von zu vielen elektrischen Geräten bin und bisher ganz gut ohne Kühlschrank zurechtgekommen bin. Und im Notfall kann man immer noch in einem Restaurant die regionale Küche genießen!

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