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Reisebericht: Conny Fischer campt im Winter

Campen im Sommer? Das ist für Conny Fischer zu langweilig. Mit Schnee und Kälte wird es erst richtig interessant. Uns erzählt sie von ihren Erfahrungen.

Am 15. Januar sind wir in Leipzig gestartet. Von dort sind wir in den Norden gefahren und haben in Putgarden die Fähre nach Rødby in Dänemark genommen. Das Fährticket haben wir ganz kurz vorher gebucht. Wir fahren immer mal eine andere Route nach Skandinavien. Im Winter buchen wir die Fähre oft auch gar nicht vorher. Es ist einfach nix los und außer ein paar Truckern fährt keiner mit. Dann ging es weiter von Dänemark über die Øresundbrücke nach Schweden und später über die alte Swinesundbrücke nach Norwegen. 

Wirklich Winter war es dieses Jahr im Januar bei der Anreise noch nicht. Eine feste Route haben wir im Grunde nie. Zwei bis drei Highlights haben wir meist auf dem Schirm. Skifahren in Trysil zum Beispiel. Oder das Jahr davor der Weihnachtsmarkt (Julemarkt) in Røros. In Trysil haben wir dieses Jahr erst vor Ort zwei Nächte auf dem Stellplatz direkt an der Piste gebucht. In der Winter-Hauptsaison (Ferienzeit in Norge) sollte man das aber bereits vorher buchen und nicht erst vor Ort.

Der Weg ist das Ziel

Eine feste Planung unserer Reise machen wir in Norwegen eigentlich nie, der Weg ist das Ziel. Wir stehen meist nie länger als zwei Nächte an einem Platz und entscheiden kurzfristig, wohin es geht. Wir haben natürlich ordentliche Winterreifen, ohne die geht es nicht. Spikes oder Ketten haben wir nicht, die Straßen in Norwegen sind gut geräumt.

Wir haben zwei volle Gasflaschen an Bord, die wir an ausgewiesenen Füllstationen in Norge bei Bedarf wieder füllen lassen. Das klappt super. Die Kälte selbst macht uns nix aus.... skandinavische Merinounterwäsche, Winterwanderschuhe und warme Klamotten helfen uns da sehr gut. Unsere Kabine hat eine warmwassergeführte ALDE-Heizung (Fußbodenheizung, Heizrohre unter der Matratze...) wir halten Temperaturen um die -20 Grad gut aus.

Oft ist im Winter nicht einmal jemand da, der die Platzmiete kassiert

Stecken geblieben sind wir Gott sei Dank bislang nie. Obwohl wir auch im Winter abseits der großen Straßen unterwegs sind. Aber gut, wir haben eine Kombi, die für sowas gut geeignet ist. Auf unseren VW Amarok lassen wir nix kommen :-))

Wir stehen auch im Winter oft wild und nicht auf einem Campingplatz. Aber es gibt genug Campingplätze, auf denen man stehen kann. Im Winter sind wir dann meist die einzigen. Maximal eine Handvoll Dauercamper trifft man. Die Campingplätze verfügen auch im Winter über voll zugängliche und beheizte Sanitäranlagen.  Oft trifft man dort auch niemanden, bei dem man bezahlen kann.... weil es im Grunde keine Touristen gibt, die im Winter mit dem Wohnmobil durch Norwegen fahren. Da lohnt es sich für die Betreiber scheinbar nicht, vor Ort zu sein und für den Stellplatz zu kassieren. 

Auch unterwegs auf den Straßen sehen wir in zwei Wochen nicht mehr als zwei, drei andere Camper. Campingstühle und Tisch haben wir im Winter nicht dabei, dafür die Abfahrtsski, Skistiefel und Skisachen. Wir grillen, machen Lagerfeuer, trinken Glühwein und angeln am Fjord. Je nach Lust, Laune und Wetter. 

Wintercamping viel spannender

Für uns ist Wintercamping noch spannender als Sommercamping. Die Fjellstraßen sind im Winter gesperrt. Du musst immer einen Zeitpuffer für eventuelle Wetterkapriolen einplanen. Die dunkleren Tage stören uns nicht. Wir sind im Winter nicht soooo weit oben, dass es 24 Stunden nur dunkel ist. Von ca. 9.30 Uhr
bis 15 Uhr hatten wir genug Tageslicht. Und durch den Schnee ist es auch Abends/Nachts irgendwie „hell“.

Unser Hundemädchen gehört zur nordischen Rasse und ist wetterfest. Sie mag Schnee und Camping genau wie wir und fühlt sich in der Wohnkabine wohl. Sie bleibt auch allein, wenn wir z.B. Skifahren. Wir haben ein Fahrzeug, mit dem wir autark stehen können und das nutzen wir auch aus.

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