31/1/2023
8 min
Michael

Wintercamping mit Kindern, eine gute Idee?

Wir wollen die Kleinen natürlich auch von jung an zum Campen anregen. Damit wie die Kinder nicht beim ersten Wintercamping direkt für immer abschrecken, sollten wir vorsichtig sein.

Als jemand, der selbst gerne campt, mit Wohnmobil oder Zelt unterwegs ist und ein Kind hat, weiß ich, dass Wintercamping mit Kindern eine tolle Möglichkeit ist, die Saison zu verlängern und die Schönheit der Natur auch im Winter zu genießen. Ich weiß allerdings auch, dass es ebenso ein Albtraum sein kann, bei dem die kleinen schon nach wenigen Stunden darum betteln, nach Hause gehen zu dürfen.

Camping mit Kindern ist immer ein Risiko, besonders Camping mit Kleinkindern. Das gilt schon im Sommer, wenn man nur gegen den Ruf der heimischen Spielkonsole kämpfen muss, der für Kinder sehr motivierend sein kann. Im Winter hat man einen weit mächtigeren Gegner: Den Ruf nach Wärme und Komfort. Was man tun kann, damit die Kinder auch Spaß am Urlaub haben, zeigen wir euch hier heute.

Was musst du beim Wintercamping beachten?

Ausreichend Heizmittel

Wenn du im Winter campen möchtest, solltest du bedenken, dass du deutlich mehr heizen musst, als wenn du im Sommer unterwegs bist, wo du wahrscheinlich gar nicht heizt. Zum anderen wirst du viel häufiger warme Getränke oder Speisen zubereiten, beispielsweise einen warmen Kakao, nach einem langen Spaziergang. Für die meisten Camper heißt das, genug Gas für die Erdgasheizung mitnehmen, wobei es auch andere Möglichkeiten für die Wohnmobilheizung gibt. Falls du ins Ausland reisen möchtest, solltest du dich vorher informieren, ob du für das jeweilige Land einen Adapter für die örtlichen Gasflaschen benötigst, wenn du nicht genug für die ganze Reise unterbringen kannst.

Frostschutzmittel

Falls du in deinem Wohnwagen/Wohnmobil eine Frischwassertoilette benutzt, kannst du etwas Frostschutzmittel verwenden, um das Einfrieren von Spülwasser zu verhindern. Aber Achtung: Wenn du das Frostschutzmittel im Frischwassertank nutzen möchtest, dann solltest du zum Zähne putzen und Kochen lieber Wasser aus Flaschen nutzen.

Vorzelt

Viele sparen sich im Sommer gerne das Vorzelt, weil sie einfach keine Lust haben, es aufzubauen. Im Winter ist es aber absolutes Gold wert. Falls es an deinem Urlaubsort stark schneien sollte, hast du durch das Vorzelt immer einen schneefreien Eingangsbereich und genügend Platz, um beispielsweise Schlitten oder Skier unterzubringen. Auch kannst du dort nass gewordene Kleidung gut trocknen. So sparst du dir den Platz im Wohnwagen und lässt die Feuchtigkeit draußen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass die kalte Luft nicht gleich direkt in den Wohnwagen zieht.

Verkehrssicherheit

Der letzte und eigentlich der wichtigste Punkt: Du solltest sicherstellen, dass dein Wohnmobil, Wohnwagen und/oder dein Auto wintertauglich und an die Straßenverhältnisse angepasst sind. Als erstes solltest du unbedingt Winterreifen aufgezogen haben, das Profil kontrollieren und den Reifendruck überprüfen. Zudem solltest du einen Eiskratzer einpacken und Frostschutzmittel in den Scheibenwassertank einfüllen. Zu guter Letzt solltest du, falls du in ein Gebiet fährst, wo mit viel Schnee zu rechnen ist, Schneeketten einpacken. 

Den richtigen Platz wählen

Es gibt viele Campingplätze, die im Winter geöffnet sind und die für Familien mit Kindern geeignet sind. Hier sind ein paar Tipps auf was du achten solltest, um den besten Campingplatz für deine Familie zu finden:

Berücksichtige das Wetter

Wenn du in einer Gegend mit sehr kaltem oder schneereichem Wetter campst, solltest du möglicherweise einen Platz wählen, der überdachte Unterkünfte zusätzlich du den traditionellen Stellplätzen anbietet, damit ihr euch bei schlechtem Wetter aufwärmen könnt. Praktisch ist es auch, wenn es vor Ort Restaurants gibt, in denen man auf die Schnelle im Warmen etwas zu sich nehmen und sich auch gleich etwas aufwärmen kann.

Suche nach Plätzen mit Indoor-Aktivitäten

Wenn das Wetter zu schlecht ist, um draußen zu spielen, solltest du einen Campingplatz wählen, der Indoor-Spielbereiche oder andere Aktivitäten wie Schwimmbäder oder Spiele-Räume hat. Ich erinnere mich noch von meiner Kindheit auf Campingplätzen daran, wie sehr mich eine Arcade beeindruckt hat, wenn es auf einem Platz eine gab!

Wähle einen Platz in der Nähe von Sehenswürdigkeiten

Suche nach Campingplätzen in der Nähe von Sehenswürdigkeiten oder Attraktionen, die im Winter geöffnet sind, wie zum Beispiel Skigebiete oder Eislaufplätze. Auch in der Nähe von Großstädten gehen dir in keiner Jahreszeit die Optionen aus.

Duschmöglichkeiten und Trinkwasser

Stelle sicher, dass der Platz alle Annehmlichkeiten bietet, die du während deines Aufenthalts benötigst, wie zum Beispiel Waschräume und Duschen, elektrische Anschlüsse und Zugang zu Trinkwasser. Besonders mit Kindern kann saubere Kleidung schneller ausgehen als erwartet!

Die richtige Kleidung einpacken

Es ist enorm wichtig, dass du die richtige Ausrüstung mitbringt, um dich und die Kinder warm zu halten. Dazu gehören warme Kleidung, Mützen, Handschuhe und Schals für alle Familienmitglieder, sowie genügend Decken, Schlafsäcke und andere Ausrüstung, um die Nächte im Zelt oder im Wohnmobil angenehm und warm zu gestalten. Es ist auch ratsam, dass du Handwärmer und Heizkissen mitnimmst, um die Hände und Füße warm zu halten, besonders wenn ein Kind mit dem Hüsteln anfängt oder schwere zeichen von Erschöpfung zeigt. Falls es doch einmal sehr kalt wird, kannst du für den Notfall auch einen elektrischen Heizlüfter mitnehmen, den du dann an eine Powerstation anschließen und aufstellen kannst.

Für Beschäftigungsmöglichkeiten sorgen

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du dich im Winter beim Camping mit Kindern beschäftigen kannst. Hier sind ein paar Ideen, die bei uns als Kindern oder unseren eigenen Kleinen funktioniert haben:

  1. Schneemänner und Schneeburgen bauen: Das ist eine lustige Aktivität für Kinder jeden Alters und es gibt viele kreative Möglichkeiten, um Schneemänner und -burgen zu gestalten.
  2. Schneeballschlachten: Dies ist eine weitere lustige Aktivität, die sowohl für deine Kinder als auch für dich als Erwachsener geeignet ist. Verteidige dein Lager oder spiel ein klassisches Spiel "König der Berge". Oder werft einfach wie verrückt mit Schnee aufeinander!
  3. Schlittenfahren: Wenn du in der Nähe einer Schlittenbahn bist, könnt ihr Schlitten fahren gehen. Andernfalls gibt es vielleicht auch in der Nähe eine leicht abschüssige Straße oder einen Hügel, auf dem ihr Schlitten fahren könnt.
  4. Winterwanderungen: Ihr könnt eine Winterwanderung durch den Schnee machen, nach Tieren suchen und andere interessante Aktivitäten in der Natur erleben!.
  5. Eisangeln: Wenn ihr in der Nähe eines Gewässers seid, könnt ihr Eisangeln ausprobieren. Stellt nur auf jeden Fall sicher, dass das Eis dick genug ist, um sicher darauf zu gehen.
  6. Indoor-Spiele: Wenn das Wetter zu schlecht ist, um draußen zu spielen, gibt es immer noch viele Möglichkeiten, dass ihr euch im Zelt oder im Wohnwagen beschäftigen wollt. Seien es Brettspiele, Karten oder andere Gesellschaftsspiele, auch im Camper geben die einen guten Tag mit der Familie ab! Oder lest ein Buch und sprecht danach darüber oder schaut einen Film zusammen.
  7. Steine bemalen: Steine lassen sich auch im Winter finden und super einfach bemalen, beispielsweise mit Blumen, als Marienkäfer oder mit bunten Punkten. Hierfür gibt es spezielle Stifte in leuchtenden Farben. Falls ihr keine dabei habt, könnt ihr auch einfach Filzstifte nehmen.

Fazit

Meiner Meinung nach steht das Campen im Winter in keiner Weise dem im Sommer nach. Mit der richtigen Vorbereitung und den richtigen Erwartungen kann Wintercamping für euch und die Kinder eine unvergessliche Erfahrung sein. Denn hier habt ihr eine tolle Kombination aus Abenteuerurlaub, Erholung und eine schöne gemeinsame Zeit mit den Kindern.

Michael
Michael schreibt bei Camper4all zu den Themen wie Familienurlaub, Reisefahrzeuge, als Experte ist er für unser Magazin auch auf den Messen und Events unterwegs, immer auf der Suche nach den neusten Trends.

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