13/9/2022
5 min
Julian

Campingreise mit dem 9-Euro-Ticket

Wir zeigen euch, wie ihr ohne Camper verreisen könnt! Dieser Sommer ist der Sommer des 9-Euro-Tickets.

Es ist Sommer und mehr Deutsche denn je gehen auf Reisen. Faktoren wie das langsame Ende der Corona-Pandemie, die zahlreiche Reisebegeisterte für Jahre an ihre Häuser gefesselt hat, sowie das 9-Euro-Ticket, das diesen Sommer viele, die sich sonst keinen Urlaub leisten könnten, auf Deutschlands Bahnhöfe zieht, haben eine einzigartige Situation geschaffen, in der jeder sich einen Kurzurlaub leisten kann. Auch die unter uns, die einen Campervan haben, greifen im Moment eher zum Zug, da bisher unmöglich hohe Benzinpreise mit allem anderen einhergehen, egal of Klassisch oder Diesel.

Wer also (nahezu) kostenfrei wegfahren will, kann das diesen Sommer also mit dem öffentlichen Verkehr am besten machen! Ja, wir wären lieber mit dem Campervan unterwegs, aber wir müssen eben manchmal Abstriche machen, wenn wir uns nicht finanziell ruinieren wollen. Und zum Campen braucht es nicht immer einen Camper! Es gibt kein Campingziel, das nicht kostengünstig in Reichweite ist, auch wenn man mit deutlich längeren Fahrzeiten als normal rechnen muss. Das muss aber kein Problem sein! Wer eine oder zwei Übernachtungen einplant, kann auch im Urlaub mit dem Zug das Beste aus der Zeit rausholen, die einem gegeben ist. Und wenn man auch bei den Übernachtungen sparen möchte, gibt es nichts besseres als Campen.

Camping mit dem 9-Euro-Ticket: Was muss ich wissen?

Auch die Zeit, die die tatsächliche Reise in Anspruch nimmt, kann reduziert werden, wenn du dir die richtigen Ziele aussuchst. In diesem Artikel informieren wir dich, wie du deinen Sommerurlaub um das 9-Euro-Ticket planen kannst, welche Ziele für dich Sinn machen und was du beachten musst!

Was ist nicht Teil des Tickets?

Was ist eigentlich Teil des 9-Euro-Tickets? Ich habe seit Anfang des Programms bereits einigen Reisen hinter mich gebracht und auch ich entdecke ab und an noch interessante Ausnahmen. Fangen wir hiermit an: Keine ICs und ICEs.

Das dürfte für die wenigsten eine Überraschung sein, aber es hat einige unerwartete Konsequenzen. Denn keine ICs und ICEs ist als Regel dominant. Das bedeutet, dass an Orten, an denen ein IC Teil des öffentlichen Nahverkehrs ist und in einem Nahverkehrsticket inbegriffen wäre, er trotzdem nicht für das 9-Euro-Ticket gilt, auch wenn er eigentlich Nahverkehr ist.

Wer beispielsweise die DB-App verwendet, bekommt hier glücklicherweise eine Warnmeldung, wenn eine der geplanten Strecken eine solche Verbindung beinhalten würde, aber schließt die App solche Verbindungen auch nicht von selbst aus, wenn man den IC und den ICE als Option abgestellt hat.

Zusätzlich zu diesen Schnellzügen sind auch vergleichbare Züge aus dem Ausland ausgeschlossen, die bis nach Deutschland fahren, auch wenn man nur in Deutschland bleibt. Der TGV beispielsweise ist auch kein Teil des Tickets.

Grundsätzlich gilt: Wenn ein Zug ausschließlich als Regio oder Interregio verwendet wird, eine S- oder U-Bahn ist oder allgemein keine individuellen Tickets für spezifische Plätze benötigt oder als Schnellzug gilt, sollte er im Ticket inbegriffen sein. Zumindest in der ersten Klasse!

Ist die Reise mit dem 9-Euro-Ticket angenehm?

Eins ist klar: Nur in den regionalen Zügen zu reisen ist für lange Strecken schon unter normalen Bedingung wirklich nicht die angenehmste Art zu reisen. Es gibt einen Grund, warum wir Schnellzüge nutzen, um lange Strecken zurückzulegen, niemand will länger als ein paar Stunden an einem Ort sitzen, oder sich Sorgen machen müssen, ob überhaupt ein Platz frei ist.

Und diese Situation ist aktuell noch verschärft, da so gut wie jeder ein 9-Euro-Ticket hat und es zum Reisen nutzt. Besonders in den Sommerferien wird das bestimmt nur noch intensiver. Das heißt, dass oft für längere Streckenabschnitte wirklich kein Platz frei ist! Hier ist es weise, die Gelegenheit zu nutzen, wenn viele aussteigen, und von einem potenziellen Stehplatz zu einem Sitzplatz zu wechseln, bevor andere zusteigen können.

Wenn man mit dem Stehen auf längere Zeit Probleme hat, findet man hoffentlich andere Gäste, die bereit sind, einem einen Sitzplatz anzubieten, doch kann man sich darauf leider nicht verlassen. Doch wenn man erstmal sitzt, ist die Reise bis auf die Länge wirklich nicht schlimm!

Ein wenig Musik, ein gutes Buch, ein Film auf Smartphone oder Tablet können die Zeit schnell verstreichen lassen. Auf meinem kürzlichen Wochenend-Campingtrip an den Bodensee habe ich mir die Zeit mit einer Miniserie auf Netflix vertrieben. Vier Stunden gingen fast unbemerkt vorbei!

Campen mit dem 9-Euro-Ticket

Um beim Bodensee-Camping zu bleiben: Viele Zielorte in Deutschland, der Bodensee eingeschlossen, haben ohnehin schon viele Optionen für Camper. Ob man mit dem Reisemobil, dem Auto oder dem Zug kommt, macht da keinen großen Unterschied (such wenn man bei Zugreisen gut überlegen sollte, wie viel Gepäck man tatsächlich sinnvoll transportieren kann). Wir haben dieses Jahr vielleicht nicht das Geld, um mit dem Camper zu verreisen, aber das heißt nicht, dass wir nicht campen können.

Für meine Freunde und mich hat das im Fall des Bodensees bedeutet, dass wir eine weite Reihe an Optionen hatten, die in vielen verschiedenen Preiskategorien liegen! Man kann hier Luxuscampen, aber genauso gut auch einfach nur ein Stück Gras haben, auf dem man ein Zelt aufschlagen kann, das aber in Laufdistanz des Sees liegt, wenn man ins Wasser möchte!

Uns hat hier eher die letztere Option angesprochen, aber jedem das Seine! Nur weil man auf günstige Art anreist, heißt das nicht, dass man keine Chance hat, sich, wenn angekommen, so richtig was zu gönnen!

Wer nach Inspiration für das richtige Ziel für die Zugreise mit dem 9-Euro-Ticket sucht, kann unsere zahlreichen Artikel zu den besten Campingplätzen in Deutschland als Inspiration nutzen, egal ob Camping an der Nordsee, Camping am See oder sogar FKK-Campingplätze in Deutschland. Jeder davon bietet sich neben Stellplätzen für Reisende auch zum Aufschlagen eines kleinen, einfach transportierbaren Zeltes an.

Fazit

Du willst an den Bodensee? Oder an die Nord- oder Ostsee? Vielleicht reizt dich eher ein Roadtrip mit Aufenthalt? Oder du willst an einem Ort wandern, an den zu Reisen einfach nie ganz finanziell geklappt hat? All das kannst du für 9 Euro plus Übernachtung haben, zumindest bis Ende August. Wenn lange Fahrten dich nicht aufhalten, ist jeder Ort in Reichweite. Wenn sie dich stören, sind bestimmt auch wundervolle Ziele in drei Stunden Distanz! Und all das ohne Unmengen für Treibstoff zahlen zu müssen. Wir können diese einzigartige Chance zu reisen nur empfehlen!

Julian
Seit Kindertagen als Pfadfinder ist Julian schon seit Leben lang Camper und bis zum heutigen Tage begeisterter Experte in allem rund ums Thema Camping und Zubehör.

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