Checkliste zum Kauf Deines Camper-Basisfahrzeugs

Wir zeigen euch, worauf ihr achten müsst, wenn ihr euch für einen Basisfahrzeug-Händler entscheidet.

Du hast dich entschieden, deinen eigenen Camper zu bauen und hast die Wahl getroffen, welche Art Fahrzeug die richtige für dich ist. Jetzt ist nur noch eins zu klären: Wo holst du es dir?

Wir haben bereits in einem anderen Beitrag darüber gesprochen, dass es durchaus Sinn machen kann, ein gebrauchtes Fahrzeug zu kaufen, was allerdings gewisse Restriktionen mit sich bringt. Wer selbst einen Camper baut, will natürlich, dass alles exakt richtig ist und bei einem Gebrauchtwagen hat man einfach weniger Kontrolle.

Doch egal, ob gebraucht oder neu, den richtigen Händler zu finden ist genauso wichtig, wie die Entscheidung, was für einen Wagen man möchte. Wir wollen euch auch bei diesem Schritt helfen!

Zunächst das Offensichtliche

Es gibt ein paar einfache Hinweise, die jeder befolgen sollte, der sich ein Basisfahrzeug besorgen will. Das gilt nebenbei auch nicht nur für Camperausbau. Allgemein ist es nie unklug, vor dem Kauf eines Fahrzeugs einen Blick auf den Händler zu werfen und nie die Katze im Sack zu kaufen.

  • Wirkt der Händler seriös?
  • Was sagt das Bauchgefühl?
  • Wie ist der allgemeine Fahrzeugzustand?
  • Findest du Rost? Wenn ja, in oder unter dem Fahrzeug?
  • Wie ist der Reifenzustand? Sind Allwetterbereifung oder Sommer- und Winterreifen (achtfache Bereifung) im Kaufpreis enthalten?
  • Passt die Abnutzung zum Tachostand?
  • Nie kaufen ohne Probefahrt!
  • Passt das Fahrzeug von der Größe / Höhe wirklich zu deinen Vorstellungen?
Kleiner Tipp: Achte auch auf Kleinigkeiten, z.B. ob die Lampen funktionieren. Ein Wartungsstau lässt sich nämlich häufig anhand dieser „Kleinigkeiten“ erahnen. 

Gebrauchtwagencheck bei der DEKRA oder TÜV

Wer das offensichtliche aus dem Weg hat, sollte in die Details gehen, was bei Fahrzeugen DEKRA und TÜV bedeutet. Dieser Check hat uns davor bewahrt, ein Camper-Basisfahrzeug zu kaufen, das ein pures Sicherheitsrisiko war. Der Check kostete circa. 80€ und war wirklich seinen Preis wert. Einen Termin bekamen wir bei der DEKRA in Berlin direkt auf Nachfrage. 

Basisfahrzeug genau anschauen

Es ist so weit! Die erste Besichtigung deines zukünftigen Campervans steht an. Wir geben zu, bei unseren Besichtigungen waren wir so unglaublich aufgeregt. Ein Glück, dass es gleich der zweite Kastenwagen schließlich auch geworden ist. Diese Aufregung vorher konnten wir kaum aushalten. Damit am Tag der Besichtigung auch nichts schiefgeht, kannst du dir auf der Seite des ADAC, TÜV etc. eine Checkliste zum Gebrauchtwagencheck herunterladen. Unser Retter in der Not. Sonst hätten wir mit Sicherheit so einiges vergessen! 

Aber auch ohne diese Liste gibt es einige ganz grundsätzliche Dinge, für welche du sicherlich keine Liste brauchst. Wie wir anfangs bereits erzählt haben, war unsere erste Kastenwagen-Besichtigung der absolute Reinfall und der Händler leider unseriös. Zum Glück ist uns das früh aufgefallen!

Camper-Besichtigung: So wird sie ein Erfolg!

Wir möchten euch mit unseren Horrorgeschichten darüber, was bei uns alles fast schiefgelaufen wäre, keine Angst vor dem Autokauf machen. Eher sollen sie euch dazu anregen, genauer hinzuschauen. Da alle campingtauglichen Fahrzeuge momentan sehr beliebt sind, kommen unseriöse Verkäufe häufiger denn je vor. Es ist also sicherlich nicht schlecht, bei der Besichtigung etwas kritisch zu sein und ganz genau hinzuschauen! Wir haben mal eine der wichtigeren Details gesammelt, auf die ihr in diesem Zusammenhang achten solltet.

Schnell sein

Während unserer Suche haben wir häufiger festgestellt, dass die Kastenwagen nur wenige Minuten nach dem Inserieren bereits als „Verkauft“ markiert wurden. Unsere Strategie, erst einmal abzuwarten und in Ruhe zwischen verschiedenen Fahrzeugen abzuwägen, ging also überhaupt nicht auf. 

Unser Tipp: Leg dir einen Suchauftrag bei Ebay-Kleinanzeigen und mobile.de an. So wirst du immer direkt informiert, sobald ein Fahrzeug reingestellt wird, welches deinen Kriterien entspricht. Obwohl wir normalerweise alle Push-Benachrichtigungen ausschalten, haben wir diese während unserer Suche aktiviert. Das hat wirklich Wunder bewirkt! 

Anrufen statt Anschreiben

Während unserer Kastenwagen-Suche haben wir außerdem gelernt, dass es meistens besser ist, zum Telefon zu greifen. Da die Fahrzeuge derzeit so beliebt sind, werden die meisten Verkäufer nach dem Inserieren ihres Fahrzeuges von Nachrichten nahezu überflutet. Zwischen all diesen Nachrichten herauszustechen, ist fast unmöglich. Eine Antwort bekommt man sowieso in den wenigsten Fällen. Meistens nur, dass man bereits zu spät dran ist. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Verkäufer super dankbar sind, wenn man direkt anruft. Telefonisch lässt sich alles viel schneller klären. 

Persönlicher Tipp: Bist du an dem Fahrzeug wirklich stark interessiert, ist es sehr wichtig, das dem Verkäufer schon im ersten Gespräch zu vermitteln. Bist du freundlich und können die Verkäufer eine echte Kaufabsicht erkennen, reservieren sie das Fahrzeug, bis du es besichtigt hast. So sind wir am Ende auch an unseren Traumcamper gekommen! Nach einem ersten Gespräch hat der Privatverkäufer das Fahrzeug für uns bis zum nächsten Tag reserviert – und damit etwa 20 weiteren Interessenten abgesagt. 

Tipps während der Besichtigung

Jetzt, da ihr wisst, wie begehrt Basisfahrzeuge für Camper sind, ist es wichtig, euch zu sagen, dass ihr euch davon nicht zu sehr beeinflussen lassen solltet. Lass euch nicht unter Druck setzen oder von Aussagen wie “Es gibt noch ganz viele andere Interessenten” beeinflussen. Eine gründliche Besichtigung ist das A und O! Dazu gehört ebenfalls, einen Blick unter die Motorhaube zu werfen und das Fahrzeug probezufahren. Lass dir zudem das Serviceheft und die Fahrzeugpapiere zeigen. Achte darauf, ob das Öl und die restlichen Fahrzeugflüssigkeiten regelmäßig ersetzt wurden. Belege über mögliche Reparaturen helfen einen zusätzlichen Überblick über den Zustand des Fahrzeuges zu erhalten.

Oftmals befindet sich bei der Besichtigung kein Wasser, Gas oder Strom im Fahrzeug. Lass dir dennoch alle Funktionen zeigen und lass dich nicht von Aussagen wie «Aktuell ist der Wassertank oder die Gasflasche leer, doch die Wasserpumpe/Gaskocher funktioniert schon» abspeisen und bestehe auf einen Funktionstest.

Unser Tipp: Achte darauf, dass das Fahrzeug vor deinem Besuch nicht bereits warm lief. Dadurch erhältst du einen besseren Eindruck über das Startverhalten des Fahrzeuges. Springt das Fahrzeug auch im ‘kalten’ Zustand gut an?

Dach und Feuchtigkeit

Das Dach eines Fahrzeuges muss so einiges aushalten. Insbesondere beim Gelegenheitskauf sollte man es sich daher gründlich ansehen. Überprüft auch die Fugen und Dichtungen auf Durchbrüche, um Schlimmeres zu vermeiden.

Ebenfalls raten wir, das Bad und sämtliche Wände und Böden auf Feuchtigkeit und Schimmel zu inspizieren. Auch nur ein klein wenig Schimmelbefall ist Grund genug, einen anderen Wagen zu nehmen. Ist bereits Schimmel entstanden, wird sehr wahrscheinlich wieder welcher entstehen oder die Sporen haben sich bereits im Fahrzeug verteilt. Idealerweise führst du einen Feuchtigkeitstest durch, um auf Nummer sicher zu gehen. Dafür gibt es sogenannte Feuchtigkeitmessgeräte.

Blitzrunde: Was sollte ich sonst noch im Blick haben?

Es gibt vieles, was besonders bei Gebrauchtwagen falsch laufen kann. Vom Unterboden und sämtlicher Installation, wie Bremsleitungen, die oft Rost und Morschheit ansetzen können, bis zu den Reifen, deren Profil und Alter die sagen können, ob du sie direkt ersetzen musst. Hier haben wir eine kurze Checkliste für euch, was sonst noch einen Blick wert ist!

  • Teste das Radio
  • Überprüfe die Rückfahrkamera (Besonders teuer zu ersetzen)
  • Prüfe die Klimaanlage (laufender Motor erforderlich)
  • Zentralverriegelung ausprobieren
  • Elektrische Fensterheber testen
  • Flüssigkeiten (Öl, Bremsflüssigkeit, Waschwasser, Frostschutz) kontrollieren
  • Beleuchtung kontrollieren
  • Lass dir zeigen, wo Reserverad und Wagenheber (oder das Pannenkit) verstaut sind.
  • Karosserie auf Rost und Beschädigungen kontrollieren.
  • Sind dem Vorbesitzer Unfallschäden bekannt?
  • Reifen auf Profiltiefe, gleichmäßiges Abnutzungsbild und Alter (möglichst nicht über sechs Jahre) untersuchen.
  • Probefahrt unternehmen, dabei auf Geräusche, Geradeauslauf und die Funktionalität des Getriebes achten.

Fazit: Bei Gebrauchtwagen Vorsicht walten lassen

Ein gebrauchter Wagen als Basis für dein Wohnmobil ist um einiges günstiger, etwas, das einer der Vorteile beim Selbstausbau sein soll. Doch bietet er auch eine hohe Gefahr, die Katze im Sack zu kaufen und potenzielle Schäden erst deutlich zu spät zu bemerken. Vorsicht im Kaufprozess ist daher unverzichtbar. Haltet die Augen offen, dann fahrt ihr auch in ein paar Jahren noch sicher!

Meistgelesene Artikel auf Camper4all