Der Ausbau deines Vans in 10 Schritten

Mit diesen 10 einfachen Schritten könnt auch ihr aus eurem Van ein Reisemobil erschaffen!

Campen ist im Trend und gerade jetzt zu Corona Zeiten ziehen es immer mehr Reisende vor, unabhängig zu sein. Im Hotel herrscht Maskenpflicht, die Regeln ändern sich oft und vor allem auch regelmäßig während der Reise. Viele reiselustige Menschen haben das Bedürfnis, sich frei zu fühlen, mit eigenem Bett und Bad und individueller Ausstattung. Wer entsprechende Ansprüche hat, überlegt sich da schon, ob er den Ausbau selber macht. Natürlich gibt es dazu das ein oder andere Buch und auch online gibt es viele Experten, die gegen ein Entgeld ihre Hilfe anbieten. Ehe du dir aber dies oder das suchst, kannst du dir vorab schon deine eigenen Gedanken machen.

Das haben auch wir gemacht, bei unserem eigenen Campervan-Projekt! Wir sind hier um mit euch zu teilen, was wir in Erfahrung gebracht haben und worauf man sich beim Umbau zum Campervan vorbereiten muss!


Wie du in 10 Schritten einen Campervan bauen kannst

Die Planung sieht folgendermaßen aus

Wer ein Fahrzeug ausbauen will, sollte nicht den Karren vor das Pferd spannen. Es ist wichtig, dass man in den ersten Schritten ein Bild davon bekommt, was an Aufwand und Kosten auf einen zukommt.

Gute Vorbereitung und Planung

Wer erstmal Inspiration und Expertenperspektiven sucht, der kann direkt hier anfangen! Wir haben auf Camper4all schon einiges geschrieben und einige YouTuber vorgestellt, die sich mit dem Thema beschäftigen. Das beantwortet schonmal die dringendsten Fragen, auch wenn wir selbst noch viele für die Zukunft hatten. Einige davon werden wir in unseren nächsten paar Artikeln behandeln!

In diesem Schritt ist es auch wichtig zu entscheiden, wie groß das Fahrzeug werden muss, welche Möbel man brauche, wie viel Stauraum nötig ist, was man selbst bauen kann und für welche Arbeiten im Ausbau wirklich professionelle Hilfe nötig ist. Lauter Punkte, die sowieso geklärt werden müssen, also am besten früh! So läuft man nicht Gefahr Dinge zu kaufen, die letztenendes nicht genutzt werden können.

Das Basisfahrzeug

Mit der frühen Planung ist es Zeit, sich das Basisfahrzeug zu suchen, das sich am besten zum Selbstausbau eignet und von der Größe her zu den individuellen Ansprüchen passt. Wir brauchen in unserem Camper beispielsweise Platz für 2 Erwachsene und 2 Kinder unter 10 Jahren. Demnach brauchen wir entsprechend Raum für 4 Personen, sowohl zum Sitzen während der Fahrt, zum Schlafen in der Nacht und für freie Bewegung in der Zeit dazwischen.

Beliebt sind für den Ausbau zum Wohnmobil im  Moment der VW Crafter, Ford Transit sowie der Mercedes-Benz Sprinter und der Fiat Ducato. Manche wollen aber auch etwas ganz Eigenes. So kann man zum Beispiel auch ein altes Feuerwehrauto oder einen echten Bulli ausbauen, wenn man denn so ein Traumfahrzeug finden kann, am besten mit einem modernen Motor, um alte Ästhetik mit altem Komfort zu verbinden. So oder so, hier ist die Zeit um Onlineforen und Händler aufzusuchen.

Der Grundriss / Layout

Um das passende Fahrzeug zu finden, das als Wohnmobil für uns als Camper passt, ist der Grundriss schon wichtig, doch dafür haben wir ja früh geplant. Jetzt, da wir uns auf ein Fahrzeug festgelegt haben, können wir uns den richtigen Grundriss überlegen und dabei einplanen, auf was wir nicht verzichten wollen oder können. Was sind die Must-Haves? Ein Doppelwaschbecken? Nicht wirklich. Ein ausziehbares Bett, eine besonders große Liegefläche oder eine extra lange Küchenzeile? Nein, das geht auch alles kompakter. Besonders für uns ist auch genug Stauraum zu lassen wichtig, da wir ja mit Kindern reisen werden, die entsprechendes Spielzeug mitnehmen wollen und auch bei Regenwetter Beschäftigungen brauchen.

Die Dämmung und Isolierung des Vans

Im Van sollte es an kalten Tagen warm bleiben und an heißen Tagen erträglich sein. Für die Isolierung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie beispielsweise Korkmatten oder Filz, die sich zur Dämmung eigenen und beim Selbstausbau naheliegen. Man sollte also im Voraus abklären, welche sich besonders gut eignen. Auch hierfür gibt es Ratgeber auf dem Markt, auf die wir uns stützen werden.

Die Wasser- und Gasversorgung

Dusche oder einfach eine Nasszelle? Welche Möglichkeiten gibt es im Ausbau? Die Installation von Wasser und Gas im Camper ist, neben der Elektrik, die größte Herausforderung. Hier sollte man wirklich die Hilfe eines Profis in diesen Bereichen nutzen. Und die Kosten für diesen Profi müssen natürlich beim Selbstausbau auch mitgerechnet werden. Auf eine eingebaute Campingtoilette zu verzichten, wie wir es zum Beispiel machen, kann also nicht nur Platz, sondern auch massig Budget freigeben.

Mehr dazu: 

Pro und Contra einer Campingtoilette

Die Elektrik (und ist Solar für mich eine Option?)

Was wollen wir alles regelmäßig anschließen und wie viel Strom brauchen wir dafür? Die Standheizung und die Wasserpumpe sind hier gute Beispiele und zu beachten, wie viel Strom diese je nach Modell verbrauchen, kann sehr wichtig sein. Und welche zusätzlichen Geräte brauchen sonst noch Strom? Wo ist es notwendig, Steckdosen oder Leuchten anzubringen und wollen wir eine Solaranlage installieren? Wie viel Strom kann die Solaranlage abdecken? Werden wir Fernsehen, werden wir im Wohnmobil kochen oder am Abend viel lesen oder arbeiten?

Mehr dazu:

Autark Campen: Solarenergie im Campervan

Der Bodenbelag

Der richtige Bodenaufbau kann bei einem Camper als Befestigungsgrund für Möbel dienen und die Isolation verbessern. Sind Boden und Dämmung gut, ist es gleich wärmer, was zum Beispiel für uns mit den Kindern ganz wichtig wäre. Auch kann der richtige Boden sowohl ästhetisch als auch praktisch wichtig sein, da er einen so großen Teil des Wohnraums ausmacht. Was ist das richtige Material? Was ist inakzeptabel? Für uns ist es zum Beispiel wichtig, beim Bauen auf nachhaltige Materialien Wert zu legen und viel Holz zu verwenden. Das lässt sich auch beim Boden gut anwenden.

Lüfter, Klimaanlage und Küchengeräte

Ohne Klimaanlage im Van kann es im Sommer im Camper sehr heiß werden. Die Isolierung und die Dämmung sind da beim Ausbauen das eine, die Klimaanlage das andere Thema. Auch was wir in der Küche verwenden wirkt sich stark auf das Klima im Van aus. Ein Gasherd heizt stark auf und braucht einen Abzug, am besten mit dem Lüftersystem verbunden.

Wände und Fenster

Eine Wandverkleidung aus Holz sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Holz steht für Wärme und Gemütlichkeit, die wir in unseren mechanischen Mobilhäusern brauchen. Es macht jeden Innenraum heimelig, eben auch im Camper, und sieht auch immer wieder schön aus. Was die Fenster betrifft bieten diese je nach ihrer Position außer Tageslicht noch einige weitere Vorteile. Denn mit richtiger Planung lässt sich der "tote Winkel" beim Fahren durch die Fenster am richtigen Platz zum Beispiel gut reduzieren. Da lohnt es sich mögliche Mehrkosten, welcher der Sicherheit dienen in Kauf zu nehmen. Ein Wohnwagen ist nun mal kein Haus und bedarf besonderer Gedanken daran, dass es am Ende ständig in Bewegung ist.

Extras und  Zubehör

Magnetsysteme zum Befestigen von Leuchten, Bewegungsmelder, Steckdosenleisten, Sonnen-/Windschutz, Utensilientaschen, Handtuchhalter, Abfallbehälter, ein Vorzelt und viel mehr sind Tipps und Ideen, die individuell und je nach Planung der Kosten persönlich abgewogen werden müssen. Alles bis hier bietet die grundlegenden Notwendigkeiten, die jeder Campervan braucht. Alles ab hier macht ihn zum Zuhause.

Wir haben auch erst die vorläufige Planung für den Aufbau unseres Vans erreicht. Auch wir sind für Tipps und das eine oder andere weiterführende Buch immer dankbar.

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