14/9/2022
22 min
Aline

Camper und Wohnmobilvermieter - Im Anbietervergleich

Wir haben die Camper-Verleihanbieter getestet im Vergleich Paul Camper, Campanda, Freeway Camper und myVanture. Welcher für uns der klare Sieger ist, erfahrt ihr in unserem Blogartikel.

Wir haben es gewagt und vier der größten Camper-Verleihanbieter getestet. Welcher für uns der klare Sieger ist, erfahrt ihr in unserem Blogartikel.

Um einen möglichst fairen Vergleich machen zu können, haben wir uns pro Anbieter Angebote für zwei gleiche oder ähnliche Fahrzeugtypen eingeholt. Dabei wurde ebenso die Reisedauer (7 Tage), die Personenanzahl sowie zusätzliches Equipment (zwei Fahrradträger, Campingausstattung) bei allen Anfragen gleich gehalten. 

Das erste Angebot haben wir uns für eine siebentägige Reise mit einem VW Bulli (neuwertig) für zwei Personen eingeholt. Für das zweite haben wir lediglich die Fahrzeugtype verändert: hier haben wir uns auf einen Kastenwagen mit Aufstelldach fokussiert. 

Neben dem Angebotspreis waren uns auch Nutzerfreundlichkeit der jeweiligen Website, die Transparenz bezüglich versteckter Kosten (Kaution, Versicherung, uvm.) sowie dazu buchbare Extras wie zusätzliche Stühle, Kindersitze und die Mitnahme von Haustieren wichtig. 

Wie wir im Artikel weiter vorgehen: Zunächst werden wir euch alle getesteten Anbieter vorstellen, inklusive der Angebotsergebnisse und unserer persönlichen Buchungserlebnisse. Am Ende des Artikels küren wir den für uns passenden Favoriten. 

Doch zuallererst: Wen haben wir miteinander verglichen? Uns war es wichtig, einen fairen Vergleich zwischen Plattformen zu machen, die private Camper Vermietungen anbieten, wie auch gewerbliche Vermietungen. Warum? Weil es uns zusätzlich interessiert hat, ob es gravierende, preisliche Unterschiede gibt und um die Fairness und Transparenz der jeweiligen Anbieter gegenüber den Camper-Interessierten/Kunden. Unser Vergleich geht daher nur in eine Richtung, die Richtung, und zwar in die der Kunden beziehungsweise Interessenten. Was wir nicht beachtet haben, ist das Verhältnis zwischen Anbieter und Vermieter im privaten Bereich. Im Artikel haben wir entsprechende Affiliatelinks gekennzeichnet. Für dich als Leser entstehen beim Klick keine zusätzlichen Kosten oder Nachteile und wir erhalten eine kleine Provision, um weiterhin unabhängig Produkte testen zu können.

Den Artikel werde ich regelmäßig aktualisieren und auch um weitere Anbieter ergänzen.

Wohnmobil Verleih - Paul Camper und Co. im Vergleich

PaulCamper

Wie viele von euch bereits wissen, handelt siche es bei der Camper-Vermietungsplattform PaulCamper um ein Portal, auf dem Privatleute ihre Camper Vans vermieten können – in Zusammenarbeit mit PaulCamper. Was uns zu Beginn an aufgefallen ist, war die übersichtliche und informative Startseite der PaulCamper Plattform. Alles wichtige rund um Versicherung, Ausstattung und Kilometervereinbarung wurde angegeben. Ein kurzes Video erklärt den Ablauf bei PaulCamper. Lieben wir, denn: alle Fragen, die insbesondere bei Neulingen aufkommen, werden hiermit beantwortet. 

Wie geht's weiter? Einfach Startort und Urlaubszeitraum eintragen, und schon erhält man eine riesige Auswahl an verfügbaren Fahrzeugen. Hier kann dann die Suche weiter optimiert werden, nach Fahrzeugtyp/größe, Zusatzoptionen, etc.
Wir haben für unser erstes Angebot explizit nach einem VW T6.1 Bulli gesucht, Reisedauer 7 Tage für zwei Personen. Da wir speziell nach einem neuwertigen Bulli gesucht haben, haben wir eine feine Übersicht an verfügbaren Fahrzeugen erhalten. Entschieden haben wir uns dann für ein Angebot, mit einem 2021 zugelassenen Bulli mit insgesamt fünf Sitz- und vier Schlafplätzen, WC, Dusche und Heizung sowie vier vorhandenen Fahrradträgern und Campingausstattung. Neben dem sofort errechneten Angebotspreis erhält man auch eine Information zur Versicherung, die – wichtig für alle Camper – Vollkasko beinhaltet. Auch die Kaution von 1.000 Euro wird transparent aufgeführt. Mittels einer übersichtlichen Kostenaufteilung liegt der neue VW Bulli bei insgesamt 919,00 Euro. Inklusive Servicegebühr, die je nach Vermieter variiert. Als Nutzer und möglicher Kunde fühlt man sich gut aufgehoben, informiert und erfährt sogar in einem Steckbrief, den der Vermieter aufgesetzt hat etwas über Besitzer und Fahrzeug. 

Um bei PauCamper zu bleiben, interessierte uns dann noch ein Angebot für ein etwas größeres Fahrzeug, einen VW Grand California 600. Reisedaten entsprachen der ersten Suchanfrage, allerdings mit ein bisschen mehr Platz. Gefunden haben wir einen 2022 zugelassenen 4-Sitzer mit 4-Schlafplätzen, WC, Dusche, 2 Fahrradträgern und original VW Campingausstattung. Auf Absprache darf auch ein Haustier mitgenommen werden. Da es sich hier um ein größeres Fahrzeug handelt, erhöht sich die im Voraus zu zahlende Kaution um 500 Euro im Vergleich zum VW Bulli und liegt somit bei 1.500 Euro. Des Weiteren ist Vollkasko enthalten. Verlangt wird eine Servicegebühr von 47,00 Euro. Insgesamt landeten wir bei 992 Euro (Kaution nicht inbegriffen). 

So weit, so gut. Um auch wirklich vergleichen zu können, haben wir uns anschließend eine weitere, beliebte Verleiher-Plattform angeschaut.

Campanda

Um einen direkten Vergleich zu PaulCamper zu erhalten, haben wir uns anschließend mit einem weiteren Verleiher privater Fahrzeuge beschäftigt. Hier fiel die Wahl auf Campanda, die europaweit in 45 Ländern zu finden sind. Klasse also, wenn man einen längere Reise plant und Flexibilität und Abwechslung in Sachen Camper möchte. Bevor wir mit unserer Recherche loslegen, war uns auch hier die Startwebsite wichtig. Vor allem was Ablauf der Buchung, Versicherungsschutz und Kosten angeht. Ein klein wenig besser fanden wir hier die Startseite von PaulCamper, wobei auch Campanda ausreichend Infos zu Versicherung und Ablauf hat. Interessant fanden wir auch die Bewertungen ehemaliger Kunden, wobei hier natürlich hier nur die positiven abgebildet werden. 

Zur Angebotsanfrage kommt man hier 1:1 wie bei PaulCamper. Startort und Zeitraum angeben und los geht’s. Auch hier erhält man zuerste eine Übersicht verfügbarer Camper inklusive Map der Standorte. Hier kann dann nach Belieben die Suche verfeinert werden. Was wir nicht wussten: Bei Campanda findet man keine VW Bullis, folglich kam für unser Vergleich nur ein Kastenwagen ähnlicher Ausstattung wie in der Suche bei PaulCamper in Frage. Verfügbare Fahrzeuge des Anbieters sind hier Kastenwagen, Alkoven, Teilintegriert, Vollintegriert, Wohnwagen. 

Entschieden haben wir uns (Kriterien wie bekannt) für einen Clever Celebration 6oo mit Aufstelldach – zugelassen 2022. Wie bei PaulCamper erhält man auch hier eine übersichtliche Kostenaufstellung und ausführliche Informationen zum Fahrzeug und Ausstattgung. Die Kaution von 1.500 Euro wird ebenfalls erwähnt und erläutert. Insegesamt erhalten wir ein Angebot von 983,00 Euro, inklusive einer einmaligen Servicegebühr von 150,00 Euro. Enthalten sind hier: vier Sitz-  und Schlafplätze – Vorsicht, hier wird bei zusätzlichen Gästen eine Aufpreis verlangt –, WC, Dusche, Heizung, Fahrradträger, Campingausstattung sowie Vollkask Versicherungsschutz. Der Mietpreis beinhaltet außerdem 200km pro Tag, alle weiteren werden mit 0,25 Euro/km berechnet. 

Unser Fazit hier: Wie auch bei PaulCamper unkomplizierter Buchungsprozess, Transparent in Sachen Versicherungsschutz und Kaution, direkter Kontakt zum Vermieter und guter Kundenservice, wenn notwendig oder bei Rückfragen. Aufpassen sollte man bei möglichen Zusatzkosten wie Kilometerbeschränkung, und preisliche Änderungen, sollte sich die Anzahl der Reisenden erhöhen (Beispiel: Bei 4-Sitzern werden nicht automatisch 4 Reisende berechnet, sondern nur die Anzahl der Reisenden bei der Suchanfrage).


Unser nächster Vergleich bezieht sich auf gewerbliche Vermietungen – heißt, Unternehmen, die Camper Vans kaufen, meist von einem Autohersteller, und diese dann unter ihrem Namen und zu ihren Konditionen vermieten. Weil auch diese Anbieter heiß begehrt sind, haben wir uns zwei näher angeschaut und auf Herz und Nieren getestet. Mit spannenden Ergebnissen.

MyVanture

Noch relativ neu auf dem deutschen Camper-Vermietungsmarkt ist MyVanture. Das Unternehmen kommt ursprünglich aus Österreich und streckt nun seine Fühler in Richtung Deutschland aus. Da sich die Plattform hier zulande noch im Aufbau befindet, aber Potential hat, haben wir uns hier zwei Angebote erstellen lassen. 

MyVanture arbeitet ausschließlich mit VW Multivans in mehreren Größen. Schaut man sich die Startseite genauer an, sieht man zwei Buchungsmöglichkeiten: My Rent und My Abo. Wir haben uns für My Rent, die einmalige Mietung eines Vans, entschieden. Auch hier funktioniert MyVanture wie die anderen Anbieter: Startort und Zeitraum eingeben und los. Im nächsten Schritt kann man zwischen den Fahrzeugen wählen, wenn sie in dem Zeitraum Verfügbar sind. MyVanture hat folgende Fahrzeuge im Angebot: VW Multivan, VW California Beach und VW California Coast und den VW Grand California. Im weiteren Schritt bekommt man die Kosten aufgegliedert und erhält die Möglichkeit Extras hinzuzubuchen. Unserer Meinung nach alles sehr übersichtlich und gut gestaltet. Was uns allerdings bei der Festlegung des Reisedaten aufgefallen ist, ist die zeitliche Begrenzung von Abholung und Abgabe des Vans. Da es sich um einen gewerblichen Vermieter handelt, gelten hier, wie auch in jedem anderen Geschäft, Öffnungszeiten. So kann ein Van nur zu bestimmten Zeiten und nicht an den Tagen Freitag bis Sonntag abgeholt oder zurückgebracht werden. Das ist schade, da man entweder zwei zusätzliche Tage einplanen muss, oder, wenn das nicht möglich ist, auf Reisetage verzichten muss. 

Aber, zurück zum Angebot. Wir haben uns schließlich für folgendes entschieden: VW Multivan T6.1 mit fünf Sitzplätzen und zwei Schlafplätzen, Haustier, Fahrradträgern, Vollkaskoversicherung und Campingausstattung, 7-Tage Reisezeit mit zwei Personen. Das alles erhält man bei MyVanture für 915,00 Euro. Was jedoch nirgends erwähnt wird ist das Thema Kaution. Diese Infos findet man in dem Q&A Bereich des Anbieters. Genauso wie weitere, mögliche Kosten bei Strafzetteln, etc. Die Servicegebühr sowie Kaution liegen hier bei 129,00 Euro und 1000 Euro. 

Für das zweite Angebot haben wir uns für einen etwas größeren Camper entschieden: Den VW California Coast mit Aufstelldach. Die Konditionen unserer Suche sind hierbei gleich geblieben. Für ein bisschen mehr Camper-Wohnraum zahlt man bei MyVanture dann 1265,00 Euro (Kaution nicht inbegriffen). 

Unser MyVanture Fazit: MyVanture ist eine gute Alternative, wer auf private Vermietung verzichten möchte. Wichtig ist, beim Buchungsprozess auf versteckte Kosten achten, die nicht im Voraus aufgestellt werden. Was wir persönlich schade fanden, war die zeitliche Einschränkung von Abholung und Rückgabe des Vans. Was beim Interessenten ebenfalls im Kopf bleiben sollte, ist dass sich MyVanture in Deutschland noch im Aufbau befindet, und daher nur wenige Standorte zur Verfügung stehen. 

FreewayCamper

Der zweite gewerbliche Vermieter, den wir ins Visier genommen haben, ist FreewayCamper. Zu aller erst begutachten wir auch hier die Startseite. Sie wirkt übersichtlich mit allerlei Garantien, wie fairer Preis, flexible Umbuchung und alle Kilometer inklusive. Scrollt man weiter runter, erhält man eine kleine Preisübersicht je Camper und (ab) Preis pro Nacht. Wir haben uns wieder für eine 7-tägige Reise mit zwei Personen in einem VW Bulli T6.1 entschieden. Nachdem wir folgende Kriterien ausgewählt haben kommen wir schon ans Ende unserer Reise mit FreewayCamper. Zwar erhalten wir am unteren Bildschirmrand einen Preis für besagtes Fahrzeug, Dauer, Personenanzahl und Abholstandort. Jedoch erhält man alle weiteren Informationen zu den Kosten und möglichen Extras erst, wenn man seine persönlichen Daten inklusive Anschrift und Telefonnummer hinterlegt. Für uns ein absolutes No Go. Denn: Bevor wir irgendeinem Anbieter persönliche Daten übermitteln, möchten wir a) wissen, was mit diesen Daten geschieht und b) sind wir erst dazu bereit, wenn wir die Reise auch wirklich buchen möchten – und zwar dann, wenn wir vom Anbieter eine transparente Kostenaufstellung für den geplanten Camping Trip vorliegen haben. Den Preis, der uns hier im Vorfeld angezeigt wird, liegt bei 994,00 Euro. Interessant ist auch, dass bei der Auswahl des Campers mit einem Preis pro Nacht von 59 Euro geworben wird. In unserem Angebot handelt es sich um satte 129,00 Euro/Nacht. Klar, das liegt höchstwahrscheinlich an der Saison, dennoch ist das für uns ein zu krasser Preisunterschied. Und da uns weder mögliche Servicegebühren, Kaution, Infos zu Versicherungsschutz und dazu buchbare oder gar im Preis enthaltene Zusatz- bzw. Ausstattungsoptionen angezeigt werden, brechen wir hiermit die Anfrage ab. 

Finales Fazit zu unserem Anbietervergleich

Uns hat der Vergleich in der Recherche und Ausführung großen Spaß und jede Menge Reiselust gemacht! Preislich liegen zwischen Privatanbieter und gewerblichen Anbietern geringe Unterschiede, was wir toll finden. Was die Transparenz an Kosten, Versicherungsschutz und zusätzlichen Informationen zum Fahrzeug, Ausstattung, etc. angeht so gewinnen hier PaulCamper und Campanda für uns. Für alle Camping Begeisterte, die noch keinen Urlaub gebucht haben gilt – unabhängig für welchen Anbieter sie sich entscheiden – Augen auf bei dem Buchungsprozess. Schreibt euch im Voraus eine Liste mit all den (Kosten)Punkten zusammen, die ihr im Voraus erfahren wollt, ohne am Ende vor einer unschönen Überraschung zu stehen. 

Aline

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