Urlaub auf dem Stellplatz oder Campingplatz?

Die Unterschiede zwischen Stellplätzen und Campingplätzen und welche für euch wahrscheinlich besser geeignet sind, findet in diesem Artikel.

Egal wie der perfekte Urlaub aussehen soll: Ob man längere Zeit an einem Ort verbringen möchte oder nach Zwischenstopps bei einer Rundreise sucht, Camping- und Stellplätze eröffnen vielfältige Möglichkeiten.

Alles in allem haben sie auch in etwa dieselbe Funktion: Sie bieten euch eine Übernachtungsmöglichkeit im Wohnmobil-Urlaub. Aber worin liegen die Unterschiede? Und was eignet sich für euren Urlaub? Wir stellen euch beide Übernachtungsmöglichkeiten vor und listen die Vor- und Nachteile auf.

Stellplatz und Campingplatz: Was sind die Unterschiede?

Der Unterschied zwischen Campingplatz und Stellplatz ist vielen Neueinsteigern nicht auf Anhieb klar. Du wirst zwangsläufig auf die Bezeichnungen „Campingplatz“ und „Stellplatz“ stoßen, die entlang deiner Route zu finden sind. Doch welchen Service kannst du da erwarten und was sind die grundlegenden Unterschiede?

Der Stellplatz – Perfekt für Durchreisende

Ein Stellplatz zeichnet sich durch seine attraktive Lage in der Nähe von touristischen Zielen wie Stadtzentren und Sehenswürdigkeiten aus. Auch idyllische Stellplätze mitten in der Natur sind keine Seltenheit, sogar am See oder am Meer. 

Größtenteils sind sie so ausgelegt, dass ausschließlich Wohnmobile darauf abgestellt werden können, wobei es aber auch immer mehr Wohnwagenstellplätze gibt. Ein typischer Stellplatz ist mit Stromanschluss sowie Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten ausgestattet und eignet sich ideal für Zwischenstopps. Aktuell kann man in Deutschland aus 3.640 Stellplätzen wählen.

Das kennzeichnet einen Stellplatz

Stellplätze werden von Gemeinden bereitgestellt oder befinden sich auf Privatgrund und haben auch entsprechend unterschiedliche Ausstattung. Mancher Platz ist nur eine Schotterfläche, andere bieten Stromversorgung und eine moderne Sanitäranlage. Einiges haben die meisten Stellplätze aber gemeinsam.

Sie sind überwiegend nicht umzäunt, eine Rezeption gibt es auch nicht. Reisende müssen sich nicht anmelden. Sie können zu jeder Zeit ankommen und wieder abfahren. Zum Zelten jedenfalls ist ein Stellplatz nicht gedacht. Häufig verhindert schon der steinige Untergrund das Aufbauen eines Zeltes.

Eigentlich sind Stellplätze für Einzelstopps auf Durchreisen gedacht und mehr als drei Nächte sollte man eigentlich nicht bleiben. Und wer den Stellplatz verlässt, wenn auch nur für einen kurzen Ausflug, hat damit keinen Anspruch mehr auf diesen Platz. Wenn sich in der Zwischenzeit andere Camper auf diesen Platz stellen, hat man das Nachsehen.

Toiletten und Duschen finden sich nicht auf jedem Stellplatz. Dafür gibt es zumindest meistens einen Bereich, wo Sie Ihre Frischwasser-Vorräte auffüllen und Abwasser entsorgen können. Ausstattung und Komfort sind hier vergleichsweise gering. Dafür wird aber nicht auf jedem Stellplatz eine Gebühr fällig. Und falls doch, bezahlt man sie häufig an einem Automaten. Denn auch am Personal wird auf einem Stellplatz gespart.

Erlaubte Fahrzeuge auf Stellplätzen:

Auf dem Stellplatz ist man zum Thema Fahrzeugmodell oft etwas eingeschränkter als auf dem Campingplatz. Mit einem Camper oder Wohnmobil dürft ihr dort normalerweise problemlos parken. Wohnwagen bzw. Gespanne sind auf Stellplätzen aus Platzgründen nicht immer erlaubt. Auch Vorzelte sind auf vielen Stellplätzen verboten.

Der Stellplatz in Kürze

  • Öffentlich zugänglich für Wohnmobile
  • Keine Rezeption, bei der man sich an- und abmelden müsste
  • Anreise jederzeit, auch nachts
  • Häufig nur für Wohnmobile
  • In der Regel nur Basis-Ausstattung und -Infrastruktur
  • Oft keine Reservierung möglich
  • Für wenige Übernachtungen (1-5 Nächte)
  • Kosten durchschnittlich unter 20 € pro Nacht
  • Personengebühr pro Tag kann zusätzlich anfallen
  • Einige sind aber auch komplett kostenlos
  • Strom ist oft gegen eine kleine Gebühr verfügbar
  • Vorzeltaufbau nicht möglich
  • Ermöglichen eine spontane Entscheidung zur Übernachtung.
  • Oftmals am Stadtrand oder Meer für einfaches Sightseeing
  • Reservierung ist meistens nicht möglich, daher oft bereits voll
  • Meistens geringe oder keine Security-Maßnahmen
  • Dauercamping ist auf Reisemobilstellplätzen nicht möglich

Der Campingplatz – Freiheit mit Luxus

Campingplätze sind oft in schönster Natur gelegen und verfügen über eine ausgeprägte Infrastruktur. Neben den Basiseinrichtungen wie sanitären Anlagen gehören auf Spitzenplätzen Einkaufsläden, Restaurants sowie Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder, Fitnesscenter und vieles mehr zum Angebot.

Auch wer nach spezialisierten Campingplätzen sucht, wird fündig: Ob Platz mit Hundestrand, eigenem Hafen oder Wellnessoase, simplem Familienurlaub oder Luxuscamping fürs Paar, hier bleibt kein Wunsch offen. In Deutschland allein gibt es derzeit 3.000 Campingplätze.

Das kennzeichnet einen Campingplatz

Als oft eingezäuntes Areal bieten Campingplätze eine Abschottung vor der Welt außerhalb, sowie Sicherheit für schlafende oder auswärts aktive Camper. Deshalb gibt es hier häufig eine kontrollierte Einfahrt mit Schlagbaum und Empfang, der nur zu bestimmten Zeiten besetzt ist. Schon aus diesem Grund ist genau geregelt, wann Gäste an- und abreisen.

Das Kommen und Gehen ergibt sich aber auch aus anderen Zeiten: nämlich aus den Ruhezeiten. Sie schreiben vor, wann man mittags und abends besonders leise sein muss. Denn wer den Fernseher laut aufdreht oder eine Party feiert, macht sich auf einem Campingplatz sehr unbeliebt.

Auf einem richtigen Campingplatz gibt es meistens Internet, Strom und Sanitäranlagen, wo man auch Geschirr abwaschen kann. Häufig gibt es außerdem Freizeitangebote, wie Wellnessoasen und Pools, außerdem Einkaufsmöglichkeiten und einen Imbiss oder sogar ein Restaurant, die oft etwas teurer sind, als ihre Äquivalente außerhalb.

In aller Regeln bleibt man auf einem Campingplatz eine Woche oder länger. Mancher Dauercamper stellt seinen Wohnwagen auch für mehrere Jahre ab. Nur für eine oder zwei Nächte zu bleiben, ist jedoch eher selten und auch nicht auf jedem Campingplatz gern gesehen.

Preise auf Campingplätzen können je nach Ausstattung und Metier stark variieren. Zur groben Orientierung: Eine Nacht für eine dreiköpfige Familie inklusive Stromnutzung und Duschen kostet in Deutschland durchschnittlich knapp 30 Euro. Mit rund 20 Euro ist Polen deutlich günstiger, Italien mit mehr als 40 Euro und die Schweiz mit knapp 50 Euro liegen an der Spitze.

Erlaubte Fahrzeuge auf Campingplätzen:

Wenn nicht anders angegeben, sind auf Campingplätzen alle Wohnmobil-Modelle erlaubt – vom kleinen Kastenwagen über das Wohnmobil bis zum Caravan-Gespann. Auch der Aufbau von einem Vorzelt ist in der Regel unproblematisch. Meist gibt es außerdem einen separaten Bereich für Camping-Urlauber mit Zelt. Wer sich ein wenig Luxus gönnen möchte, findet auf einigen Campingplätzen auch Mietcamper und Bungalows.

Der Campingplatz in Kürze

  • Meist abgegrenzte, bewachte Anlagen
  • Für Wohnmobil, Wohnwagen und Zelt
  • Komfortable Ausstattung
  • Teils Mindestübernachtungszeit von 7 Tagen in der Hauptsaison
  • Besser im Voraus buchen
  • Eine Übernachtung kostet in Deutschland durchschnittlich 30 Euro
  • Zusätzlich oft eine tägliche Personengebühr an
  • Das Parken außerhalb der Standplätze ist häufig untersagt
  • Haustiere sind nicht überall erlaubt
  • Die Platzordnung muss eingehalten werden.
  • Aufbau eines Vorzeltes möglich
  • Campingplätze oftmals in landschaftlich schöner Lage
  • Feste An- und Abreisezeiten schränken die Tagesplanung für den Urlaub ein

Unterschiede zwischen Campingplatz und Stellplatz

Campingplätze und Wohnmobilstellplätze weisen zwar auch Gemeinsamkeiten auf, aber es gibt letztens zahlreiche Unterschiede, die die beiden Optionen voneinander trennen. Wir haben sie für euch kurz und knapp zusammengefasst:

Die Wahl des richtigen Stell- oder Campingplatzes

Dann bleibt nur noch die Frage: Welcher ist der richtige Platz für mich? Und unter den vielen Optionen, die hier eingeschlossen sind, ist welche für mich am besten geeignet?

Generell sollte man die Bedürfnisse der Mitreisenden im Auge behalten. Sind Kinder dabei, müssen andere Anforderungen erfüllt werden als bei einem Paarurlaub. Wer mit Kindern reist, sollte sich generell überlegen, ob er vermehrt auf Campingplätzen übernachten möchte. Hier ist die Infrastruktur besser und gleichaltrige Spielgefährten sind eher anzutreffen. Ein Animationsprogramm für Kinder kann eine willkommene Abwechslung sein, wenn Eltern oder Großeltern auch mal ausspannen möchten. Ein Paar dagegen schätzt vielleicht die Abgelegenheit und Freiheit, die ein Stellplatz mit sich bringt, besonders wenn man eh nur auf der Durchreise ist.

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