19/12/2022
6 min.
Raphaela

Campen in Dänemark

Dänemark gehört zu den Ländern in Europa mit den gepflegtesten Campingplätzen doch was solltet ihr sonst noch über Dänemark wissen, bevor ihr eure Reise dorthin beginnt?

Unser Nachbarland im Norden ist ein ideales Reiseziel für Camper, denn es  verfügt über viel schöne Natur, die neben dem Festland auf 407 (!) Inseln verteilt ist. Und ganz egal wo man sich in Dänemark gerade aufhält, ist man nie weiter als 55 Kilometer vom Meerentfernt. Wenn man dann noch weiß, dass die Bevölkerung unseres nördlichen Nachbarlandes in der Regel selbst oft und gerne draußen ist, wundert es einen nicht, dass man überall in Dänemark gepflegte Campingplätze findet. Diese solltet ihr übrigens  auch nutzen oder euch einen privaten Stellplatz für euer Wohnmobil (wie etwa auf einem Bauernhof)suchen, denn Wildcampen ist in Dänemark ebenso verboten wie bei uns in Deutschland.

Was solltet ihr sonst noch über Dänemark wissen, bevor ihr eure Reise dorthin beginnt?

Campen in Dänemark

1. Das dänische Wetter:

Das Wetter in Dänemark ist gemäßigt, das heißt, die Sommer sind warm, aber meist nicht übermäßig heiß und die Winter sind ähnlich wie bei uns in Deutschland  Der einzige größere Unterschied zum deutschen Wetter - jedenfalls zu dem im Binnenland – dürfte der Wind sein, der in Dänemark, wo man ja nie weit von der Küste entfernt ist, überall zu spüren ist. Diese frische Brise  macht einerseits warme Sommertage sehr gut erträglich, sorgt aber im Herbst und Winter für einen manchmal unangenehmen Windchill. Nehmt euch also für euren Dänemarkurlaub auf jeden Fall ein paar der Jahreszeit entsprechend warme Pullover und Jacken sowie Schals oder Halstücher mit. Und für ein gepflegtes Wintercamping in Dänemark sollte euer Camper über eine funktionierende Heizung verfügen.

2. Autofahren in Dänemark

Das Straßennetz in Dänemark ist gut ausgebaut und – wie alles in diesem blitzsauberen Land – gepflegt. Auf Haupt- und Landstraßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, in Ortschaften (die ihr jeweils an einemweißen Schild mit einer schwarzen Stadtsilhouette erkennt) von 50 km/h. Im  Unterschied zu Deutschland gibt es in Dänemark auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Autobahnen (generell 130 km/h und rund um Kopenhagen und andere Großstädte sogar nur 110 km/h). Diese sowie die im Allgemeinen etwas niedrigere Höchstgeschwindigkeiten machen das Fahren mit dem Wohnmobil in Dänemark spürbar entspannter als hierzulande (es wird deutlich weniger gedrängt und lichtgehupt als in Deutschland) und somit ideal für Reisen mit dem Wohnmobil. Vorteilhaft für das Reisen mit schwerem Gefährt ist auch dass Dänemarkdurchgehend sehr flach ist, was heißt, dass ihr euch hier keine nennenswerten Steigungen hinaufquälen müsst.

 

3. Einkaufen für Selbstversorger

Obwohl manche Quellen behaupten, der Preisunterschied für Lebensmittel zwischen Deutschland und Dänemark sei gar nicht so groß,  kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass Lebensmittel hier in der Regel um einiges (die Statistiken gehen von um die 30 % aus) teurer sind als in Deutschland. Dies gilt vor allem für Alkohol, Milchprodukte, Süßigkeiten und leider auch frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse.

Wenn ihr ein wenig aufs Geld schauen müsst oder wollt, ist es daher empfehlenswert, euch ein paar Flaschen Wein und einen kleinen Süßigkeitenvorrat für die Kinder (und natürlich auch für euch selbst J) sowie einen kleinen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln oder Dosen sowie Hygieneartikeln nach Dänemark mitzunehmen. Um anderweitige Gerüchte zu entkräften, möchte ich euch noch sagen, dass das Einführen von Frischfleisch und anderen tierischen Erzeugnissennach Dänemark für den persönlichen Gebrauch erlaubt ist, was euch aber zumindest bei einem längeren Aufenthalt dort nur wenig bringen dürfte. Auch wenn Lebensmittel in Dänemark im Großen und Ganzen teurer sind als bei uns Deutschland, können sie dafür mit einer sehr guten Qualität punkten (z. Bsp. war Obst und Gemüse in Bioqualität in  durchschnittlichen dänischen Supermärkten schon lange Gang und Gäbe bevor man bei uns auch nur einen Gedanken an eine Bio-Ecke in „normalen“ Läden verschwendet hat).

Biologisch einwandfrei und vergleichsweise günstig einkaufen könnt ihr regionale Produkte wie Eier und Gemüse der Saison auch direkt beim Erzeuger, denn in Dänemark sind auch Bauernhof-Verkaufsstände (oft zur Selbstbedienung) schon länger Usus als in Deutschland.

 

4. Essen gehen in Dänemark

Wenn ihr aber doch einmal Essen gehen wollt, solltet ihr wissen, dass auch das  etwas teurer werden kann als hierzulande. Denn in Dänemark findet man kaum legere und preiswerte(Land-) Gasthäuser wie in vielen deutschen Regionen (ich lebe z. Bsp in Franken, wo es viele gute und günstige Wirtschaften gibt). Dafür gibt es in Dänemark -neben oft recht vornehmen und hochpreisigen Restaurants – eine große Imbisskultur. Das heißt man findet auch in kleineren dänischen Orten mindesten sein Imbisslokal, das dann meist nicht zu einer der international bekannten Fastfoodketten gehört, sondern individuell betrieben wird. Aber auch diese individuell betriebenen Fastfoodlokale haben einiges gemeinsam, nämlich erstens, dass sowohl die Portionen als auch die Preise denen in einem durchschnittlichen deutschen Wirtshausentsprechen. Und zweitens haben diese Imbisse - sofern sie nicht auf  Pizzas und Pastagerichte spezialisiert sind –irgendwie dieselbe Speisekarte, die meist aus viel Gegrilltem besteht(besonders beliebt sind Frikadellen sowie geschnetzeltes Fleisch, gerne auch vom Ochsen). Somit sind für Vegetarier  höchstens die italienisch angehauchten Schnellrestaurants zu empfehlen,  in denen es meistens auch fleischlose Gerichte gibt.

Außerdem gibt es den kleinen Hunger, der nur nach einem „echten“ Imbiss verlangt,  ja noch die berühmteste dänische Spezialität, den Hot Dog.

5. Zum Campen einladende, sehenswerte Gegenden von Dänemark

Um es gleich vorab zu sagen: es gibt keine Region von Dänemark, die so spektakulär wäre, dass sie in vielen Reiseführern im Mittelpunkt stehen würde, wie etwa das ursprüngliche Connemaraim „wilden“ Westen von Irland oder dergestalt in Süddeutschland, Österreich oder der Schweiz. Vielmehr ist Dänemark überall auf eine anheimelnde Art schön und besticht durch kleine, aber feine Highlights. Da wäre zum Beispiel der Süden des dänischen Festlands, also der Halbinsel Jütland, die sowohl an ihrer klimatisch etwas raueren Nordseeküste als auch an ihrer mildern Ostseeküste einige Sehenswürdigkeiten bietet. Um nur ein paar dieser nur ausnahmsweise  überlaufenen Sehenswürdigkeiten zu nennen fallen mir Orte ein wie (von Süden nach Norden):

  •  der Schlossgarten und das Heimatmuseum von Tonder
  • das Naturcenter und die Mühle von Hoyer
  • der Hjemsted Oltidspark, in dem man mit der ganzen Familie versuchen kann, wie in der Eisenzeit zu leben oder sich wenigstens anschauen kann, wie das gewesen sein muss.
  • Oder ihr besucht das Brauhaus und das Wikingermuseum von Ribe
  • oder erkundet bei einem Besuch im Fischerei- und Seefahrtsmuseum von Esbjerg die Welt der in der Nordsee lebenden Tiere.
  • Dann wäre da noch der naturschöne Ringköpingfjord.
  • Oder ihr setzt mit einer der häufig hin- und herpendelnden Fähren auf die Nordseeinseln Romo oder Fano über. Erstere ist touristisch gut erschlossen und bietet mit dem Romo Sommerland (auch als Horse und Play Park bekannt) einen wenn auch etwas in die Jahre gekommenen, aber dafür vergleichsweise günstigen Abenteuerspielplatz.
  • Währenddessen kommen auf Fano mit seinen vielen Vogelbeobachtungsplattformen Natur- und vor allem Vogelfreunde voll auf ihre Kosten.
  • Ein Tipp außer Konkurrenz für alle Eltern, die mit ihren Kindern in Dänemark unterwegs sein möchten ist das „originale“ Legoland in dem in Südwestjütland gelegenen Ort Billund.

Die Highlights von Nordjütland dürften sein:

  • Die Stadt Aalborg, die nicht als nur die „längste Theke der Welt“ gilt (die Männer wird’s freuen), sondern für die anderen Familienmitglieder etwas zu bieten hat, denn in Aalborg kann man auch sehr gut shoppen und den Kindern wird sicher der hiesige Zoo  gefallen.
  • Das Farup Sommerland, das besser in Schuss und aktueller ist als das auf Romo, aber auch mehr Eintritt kostet.
  • Die Rabjerg Mile, eine riesige Wanderdüne, die nur wenige Kilometer  vom sogenannten
  • „Ende der Welt“, nämlich dem Punkt bei dem Ort Skagen, an dem Nord- und Ostsee zusammenfließen, entfernt ist.
  • Oder ihr verlasst das Festland in Richtung der größten Insel Dänemarks, auf der u. a. die Hauptstadt des Landes Kopenhagen mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten liegt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Dänemark ein lohnenswerte Ziel für Camper ist, denn es ist:

  • Von Deutschland aus gut zu erreichen (einfachauf die A7 und dann immer Richtung Norden fahren).
  • Touristisch und in Hinsicht auf Campingplätze gut erschlossen.
  • Ein Land, das viel Natur sowie an fast jedem Ortwunderbar unaufgeregte Sehenswürdigkeiten bietet
  • Nicht zuletzt durch seine freundliche Bevölkerung, bei der auch Kinder und Tiere immer herzlich willkommen sind, der ideale Ort für einen entspannten Familienurlaub ganz nach eurem eigenen Geschmack.
Raphaela

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