29/9/2022
Michael

Sommer, Sonne, nackig sein - FKK-Camping

Wir zeigen euch, wo ihr in Deutschland FKK-Campen könnt und an welche Regeln ihr euch halten müsst!

Wer ist nicht gerne mal nackt? Besonders im Sommer, wenn Kleidung sich mehr wie eine Last anfühlt als sonst irgendetwas, wenn wir einfach nur so wie Gott uns schuf, in der Wohnung liegen und ein wenig kühle Luft genießen wollen, fragen sich manche, warum es nicht immer so sein kann. Warum das Freiheitsgefühl nicht verlängern und diesen Sommer die Hüllen fallen lassen?

Nun, in Deutschland ist das durchaus möglich! Wir haben eine lange Tradition des Nacktbadens, besonders im Osten. Doch überall in Deutschland geht es beim FKK Camping vor allem um das draußen Sein, die Natur und die Freikörperkultur, die man nicht nur daheim ausleben kann. Wenn man genauer hinsieht, haben FKK und Camping viel gemeinsam. Viele Outdoor-Enthusiasten, wie Camper und Nudisten, teilen die Leidenschaft für die Natur und den Wunsch, sie auf eigene Faust zu erkunden.

Die Vertreter beider Gruppen gelten als sehr aufgeschlossen. Und nicht zuletzt haben beide Gruppen eine gewisse Vorstellung von wohlfühlen, beide mögen Unabhängigkeit. Alles, was viele Camper von diesem zusätzlichen Schritt der Freiheit abhält, sind veraltete gesellschaftliche Normen, die unsere nackten Körper als etwas Sexuelles abstempeln, das sie gar nicht sein müssen. Und für diejenigen, die sich für den FKK-Lebensstil interessieren, ist Deutschland ein Urlaubsparadies geworden.

FKK-Campingplätze sind eigentlich nur normale Campingplätze, auf denen Kleidung zu tragen einfach nicht notwendig ist. Auch für Anfänger von FKK sind sie sehr gut geeignet, da sie meistens sehr tolerant sind. Beim FKK-Camping dreht sich alles um das draußen Sein, die Natur und die Freikörperkultur sowie das Camping selber. Ein Campingplatz, der sich der Kultur verschrieben hat, ist also der perfekte Ort, um sie auszuleben!

Sommer, Sonne, nackig sein

Dich fasziniert das Thema Nudismus und das ganze Drumherum? Dann solltest du dich diesen Sommer nicht länger genieren und der Ganzkörperbräune eine Chance geben! Das Gefühl, durch das Einfahren in die FKK-Campingzone mit den Klamotten gleichzeitig den Alltag abzustreifen, ist unvergleichlich.

FKK hat eine lange Geschichte in Deutschland, besonders in der ehemaligen DDR. An der Ostseeküste war Nacktbaden am Strand, entgegengesetzt der oft eher prüden Regierung, sehr beliebt. Doch tat das nichts, um dem Trend ein Ende zu bieten, was letztendlich in den 70ern dazu führte, dass Nacktbaden einfach zur üblichen Methode des Strandurlaubs wurde.

FKK-Camping und blankes Badevergnügen wurden Nationalsport und die naturalistischen Elemente kamen in Einklang mit dem Staatsgeist. Über die Zeit wurde FKK so beliebt, dass es heute aus dem Osten nicht mehr wegzudenken ist. Wer nicht nur an der Küste, sondern auch an größeren Gewässern wie dem Wannsee an den Strand geht, findet so gut wie immer einen abgetrennten Nacktstrand für genau diesen Zweck.

Und natürlich ist nacktbaden auch nicht nur ein Deutschland Tradition. Frankreich hat eine ähnlich weitläufige FKK-Bewegung und auch in Westdeutschland sind Nordsee-Nacktstrände heute weit verbreitet. Aber nicht überall, weswegen man sich merken sollte: Nachtbaden ist nur an Stränden erlaubt, die es explizit gestatten!

FKK-Camping in Deutschland

Sandstrände, romantische Badeseen oder malerische Landschaften – Deutschland hält für Freunde des textilfreien Reisens im mobilen Heim abwechslungsreiche Reiseziele bereit. Die gesamte Ostseeküste mit ihren Inseln ist voll von diesen Orten, ebenso wie die naturbelassenen Badeseen in Mecklenburg-Vorpommern und das Dreiländereck um Deutschland, Frankreich und die Schweiz. Im Süd-Westen der Republik treffen sich FKK-Begeisterte in Deutschlands größtem privaten Park für Freie Körper Kultur, dem Dreiländereck Ferienpark der Naturisten.

Rund um die Mecklenburgische Seenplatte, umgeben von Nadel- und Mischwäldern und der Ruhe der Natur, laden FKK- und gemischte Campingplätze zum Verweilen ein. Es gibt Standplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte in ruhiger Lage mitten in der Natur Mecklenburg-Vorpommerns, meist sind diese direkt an einem See gelegen. Der idyllische Campingplatz Rätzsee zum Beispiel liegt direkt am gleichnamigen Badesee, wo man bei sparsamem Komfort die Ruhe der Abgeschiedenheit genießen kann.

Einer der beliebtesten ostdeutschen Nacktstrände ist der 1,6 Kilometer lange „Rosenfelder Strand“ an der Lübecker Bucht, der einzige FKK-Campingplatz an der deutschen Ostseeküste inmitten eines Naturschutzgebietes. Wo könnten nackte Körper besser aufgehoben sein als mitten in der Natur?

Wer es noch romantischer mag, findet auf der Nordseeinsel Amrum sein perfektes Sommerdomizil. Zwischen Dünen, direkt am Strand, kann man hier hüllenlos campieren, den Mond im Wasser sehen und die Möwen beim Fliegen beobachten.

Was tun am FKK-Platz?

Ob sportlich, erholsam oder beides. Bei Aktivitäten und Ausflügen rund um FKK in Deutschland ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Da wäre zunächst mal das Baden. FKK-Baden in Herbst und Winter ist in Deutschland etwas für Hartgesottene. Wer in den kälteren Jahreszeiten zwar wetterbedingt auf das Campen verzichtet, nicht aber auf FKK, dem öffnen einige Bäder und Thermen in ganz Deutschland für unbekleideten Bade- und Saunaspaß zu ausgewiesenen Tagen die Pforten. Zudem gibt es in der gesamten Bundesrepublik Thermen, in denen textilfreies Baden zu jederzeit erwünscht ist.

Auch Wandern ist bedingt für FKKler möglich. Immer mehr Wanderer sind in Deutschland im Sommer, manchmal sogar im Winter, nackt unterwegs, alleine oder in kleineren oder größeren Gruppen. Das geht in Deutschland offiziell in zwei Regionen. In Sachsen-Anhalt öffnete der erste Nudistenwanderweg, der Harzer Naturistenstieg, mit einer Strecke von 18 km zwischen Wippra und Dankerode. Niedersachsen bietet in der Lüneburger Heide 10 km Wanderspaß auf dem Naturistenweg Undeloh. Dieser verläuft auf 10 km durch das Naturschutzgebiet der niedersächsischen Heide.

Zu guter Letzt ist auch FKK-Sport an manchen Orten möglich. Wen es außerhalb der Camping-Saison nicht aus den Städten hinaustreibt, der findet in Deutschlands Metropolen unterschiedliche FKK-Sportangebote. In der Hauptstadt trifft man sich zum FKK Fußballspielen. Wer Körper und Geist außerhalb der Campingsaison in Ruhe und Gleichgewicht bringen möchte, und das ganz textilfrei, kann auch mal Nacktyoga eine Chance geben. In Hamburg, Hannover und Potsdam trifft man sich zudem wöchentlich zum Nacktkegeln.

Die Dos und Don'ts beim Nacktbaden

Am FKK-Strand werden zwar die Hüllen fallen gelassen, aber das heißt noch lange nicht, dass die Etikette leiden muss oder dass man sich einfach alles erlauben darf. Ganz im Gegenteil, gerade beim Nacktbaden ist ein höflicher und respektvoller Umgang sowohl unter Nacktbadern als auch zwischen denen mit und ohne Kleidung unumgänglich, wenn man nicht will, dass die Situation unangenehm wird.

Die Dos

  • Tatsächlich nackt sein: Nacktsein ist am FKK-Strand keine Pflicht, wer angezogen bleibt, zieht aber unter Umständen schräge Blicke auf sich. Also Badehose und -anzug aus, dann wirst Du auch streifenfrei braun!
  • Gut eincremen: Beim Nacktbaden werden Körperpartien der Sonne ausgesetzt, die sonst meist unter Kleidung verborgen sind. Ein guter Sonnenschutz ist deshalb das A und O.
  • Grenzen beachten: So wie FKKler erwarten, dass du in ihrem Strandabschnitt nackt bist, erwarten nicht-FKKler, dass du bei ihnen angezogen bist.
  • Auf Hygiene achten: In textilfreien Bereichen wird verstärkt auf Hygiene geachtet. Vergiss daher nicht, dein Handtuch zum Unterlegen mit in die Strandbar oder ins Café zu nehmen.
  • Auf Privatsphäre achten: Respektiere die Privatsphäre der anderen FKKler und halte lieber etwas mehr Abstand zu deinem Nachbarn ein.
  • Hausordnung beachten: Viele FKK-Campingplätze oder auch Strände haben ihre ganz eigenen Regeln. Lies dir diese vorab durch, um einen entspannten Aufenthalt zu garantieren. Oft steht in den Hausordnungen geschrieben, dass angezogene Gäste absolut unerwünscht sind.

Die Don'ts

  • Nicht starren: Auch wenn es mehr zu sehen gibt als am Textilstrand: Starren ist auch hier extrem unhöflich! Nacktbadende sind nicht notwendigerweise Exhibitionisten, sondern finden es genauso unangenehm wie du und ich, wenn sie begafft werden.
  • Keine Fotos von fremden Menschen: Die meisten FKKler lassen Kameras oder Smartphones mit Foto-Funktion einfach zu Hause oder in der Badetasche - so können auch keine Missverständnisse entstehen.
  • Keine Erotik: FKK ist Nacktbaden und kein Codewort für Sex on the Beach. Wer sich daran nicht hält, zieht nicht nur den Unmut anderer Nacktbader auf sich, sondern im Zweifel auch den der Ordnungshüter. Es gilt: Was du an einem normalen Strand nicht machen würdest, solltest du auch hier nicht machen.

FKK-Camping-FAQ - Die wichtigsten Fragen

Muss man auf einem Nackt-Campingplatz eigentlich immer nackt sein?

Nein, es ist nirgendwo strikt verboten, Kleidung zu tragen. Allerdings ist es auf allen FKK-Campingplätzen erwünscht, dass die Kleidung wegbleibt, solange die Temperaturen stimmen. Einige Campingplätze sind da strenger als andere. Nackt zu sein ist definitiv erwünscht.

Wie gesund ist FKK?

Für West und Co. steht fest, dass FKK-Aktivitäten für die mentale Gesundheit durchaus von Vorteil sind. Eine der Annahmen dabei ist, dass das Betrachten von anderen nackten Körpern, die oftmals nicht dem in der Gesellschaft transportierten Schönheitsideal entsprechen, die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper steigert.

Was ist FKK Camping?

Im Vergleich zu anderen Aktivitäten ist Camping seit Jahren auf dem Vormarsch und das nicht ohne Grund. Nun, was jetzt bedeutet jetzt Freikörperkultur? Der Begriff wird oft synonym mit „FKK“ verwendet. FKK bezeichnet aber speziell die Lebensweise von Menschen, die sich in der Natur ausziehen, d.h. nackt sein wollen.

Naturismus ist eine Lebensweise, die auf Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstverantwortung beruht. Und FKK-Camping bedeutet nichts anderes, als die Freikörperkultur auf einem offiziellen Campingplatz auszuleben, wo es erlaubt ist.

Fazit

Camping ist eine naturverbundene Urlaubsform. Für manchen Camper gehört zum vollkommenen Freiheitsgefühl in der Natur auch die körperliche Nacktheit. Seit der Hochphase in den 1970er Jahren wächst das Angebot für Naturisten auf FKK Campingplätze in Deutschland stetig (natürlich ist FKK nicht nur in Deutschland groß, auch in Kroatien wird FKK beispielsweise großgeschrieben), Familienfreundlichkeit wird großgeschrieben, und auch auf die Bedürfnisse älterer Gäste wird Rücksicht genommen. Guckt euch doch mal nach einem FKK-Strand in eurer Nähe an und findet heraus, ob der Nackturlaub vielleicht auch für euch das richtige ist!

Michael
Michael schreibt bei Camper4all zu den Themen wie Familienurlaub, Reisefahrzeuge, als Experte ist er für unser Magazin auch auf den Messen und Events unterwegs, immer auf der Suche nach den neusten Trends.

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