Wie wir umweltbewusster verreisen können

Welche kleinen Schritte euch helfen können, die Umwelt auf euren Reisen zu schonen, zeigen wir euch heute!

Nachhaltigkeit, Co2-Neutralität, Klimaschutz, Erderwärmung… Es ist schwer, nicht ständig an die Gefahren zu denken, die unserer Welt drohen und an unsere Rolle darin. Wer an die Zukunft seiner Enkel denkt, gibt sich heutzutage deshalb alle Mühe die Umwelt zu schonen. Und das mag heißen, dass man auf das Fliegen, wenn möglich, verzichten sollte, aber es muss nicht heißen, dass man gar nicht mehr verreisen kann!

Wir wollen alle verreisen, die alltägliche Welt und ihren Stress hinter und lassen, aber das muss nicht heißen, dass wir gleich ans andere Ende der Welt müssen. Denn Reisen in diesem Ausmaß kommen auf lange Sicht mit einem teuren Preis: Der Zerstörung der Erde. Wir reisen und leben daher ressourcenschonend, mit Blick auf die Zukunft. Und für uns heißt das, dass wir meistens in Deutschland bleiben.

Und genau wie wir achten immer mehr deutsche Touristen auch im Urlaub auf Nachhaltigkeit, um wenigstens etwas zur Rettung des Klimas und der Erde beizutragen oder zumindest so wenig Schaden wie möglich anzurichten. Gerade Campingfreunde lieben die Natur. Gerade sie tun daher auch möglichst viel dafür, sie zu erhalten und zu schonen.

Nachhaltigkeit ist auch bei Reiseveranstaltern, bei vielen Touristenzielen, in Gastronomie und in der Hotelindustrie inzwischen ein geflügeltes Wort, wenn es um Werbung geht. Eine Vielzahl an Zertifikaten, Labels und Auszeichnungen, die für die Werbung genutzt werden, informieren Reisende, wie umweltfreundlich ihre Reise wird.

Doch wie viel ist nur Werbung? Was tun diese zahlreichen Anbieter, die direkt unsere Moral ansprechen, tatsächlich für die Umwelt? Wie können wir tatsächlich umweltfreundlicher verreisen?

Was du tun kannst, um die Umwelt auf deiner nächsten Reise zu schonen

Der Knackpunkt ist die Anreise

Wer mit dem Flugzeug um die halbe Welt reist, oder wer ein umweltfreundliches Angebot annimmt, das Flugreisen beinhaltet, kann gleich mal vom hohen Ross absteigen. Hier rettet man die Erde auch nicht  mehr, indem man regionale Spezialitäten genießt oder eine eigene Seife ohne Plastikverpackung mitbringt. Selbst Programme, die einen CO2-Ausgleich anbieten, indem sie beispielsweise Bäume pflanzen, können damit bestenfalls in einigen Jahren Schaden reparieren.

Wer zu Fuß mit seinen Wanderschuhen angelaufen kommt, ist das andere Extrem, aber das ist natürlich nicht für jeden durchführbar und macht für die meisten Zielorte nicht viel Sinn.

Dazwischen gibt es noch ein paar Möglichkeiten mehr, wie mit dem Zug, dem Bus oder dem Auto zu verreisen, oder eben mit dem Wohnmobil und dem eigenen Heim und Herd. Zwar ist Campen im Vergleich zum Fliegen die klimaneutrale Option, doch wer mit dem Camper reist und kein Elektrofahrzeug hat, das wahrscheinlich wiederum mit Strom läuft, der aus fossilen Brennstoffen gewonnen wurde, reist immer noch nicht annähernd klimaneutral.

Öffentliche Verkehrsmittel: Die beste Option?

Die beste Option ist vielleicht einfach Öffis zu nehmen. So wird zwar Treibstoff verbraucht, doch immerhin teilt man diesen in einer großen Gruppe auf, was für die Umwelt auf jeden Fall besser ist, als viele Einzelwagen. Und wer doch mit dem Camper verreisen will, ist damit auf jeden Fall noch besser dran, als mit anderen Optionen, besonders wenn man nicht alleine unterwegs ist.

Zur Klimakompensation können Reisende freiwillig für Ausgleich sorgen bei zahlreichen Services. Wie gesagt, nichts davon bietet einen sofortigen Ausgleich, doch können diese kleinen Wege zumindest auf lange Sicht helfen.

Die Anreise per Bus oder Bahn ist bekanntermaßen etwas umweltfreundlicher. Per Fahrrad oder zu Fuß erst recht. Jeder sollte sich gut überlegen, wie er weite Strecken plant und was er bei Fernreisen tun kann, um das Klima zu schonen.

Angekommen! Motor aus Stellplatz bezogen ausgepackt!

Wie nachhaltig hast du die Anreise hinter dich gebracht? Nun kannst du den Aufenthalt so nachhaltig wie möglich gestalten.

Was die Zertifizierung von Nachhaltigkeit betrifft, hat Baden-Württemberg für Reiseziele einen Nachhaltigkeitscheck entwickelt, der bundesweit genutzt wird.

Zu diesen Kriterien gehören zum Beispiel:

  1. Regionale und saisonale Küche steht im Vordergrund
  2. Es wird auf den Energieverbrauch geachtet
  3. Die Energieerzeugung wird entsprechend nachhaltig betrieben
  4. Es werden umweltschonende Aktivitäten angeboten (Fahrradverleih, etc.)
  5. Sensibilisierung für das Thema und Mobilität vor Ort (Fahrradverleih, Busse zu touristischen Zielen.....)

In Baden-Württemberg gibt es natürlich auch schon einige Reiseziele, die nach diesen Standards zertifiziert sind und daher für umweltbewusste Reisende eine besonders gute Option bieten.

Beispiele sind hier Bad Herrenalb, Bad Mergentheim und auch Bad Dürrheim, so wie das Gebiet Tourismusgemeinschaft Hochschwarzwald und Nördlicher Schwarzwald und die Gemeinde Baiersbronn.

Aber nicht nur in Baden-Württemberg finden sich zertifizierte Ziele! Auch die Ostseeinsel Usedom gehört schon dazu.

Wer sich wirklich darüber informieren will, wie genau es das gewählte Urlaubsziel mit der Nachhaltigkeit nimmt, kann darauf achten, dass das Label, mit dem geworben wird, von der internationalen Organisation GSTC anerkannt wurde, die beurteilt, ob ein Label das hält, was es verspricht.

Wenn du also mit deinem Van oder Camper anreisen willst, könntest du bei diesen Gemeinden oder Gebieten sichergehen, dass du deinen Urlaub einigermaßen klimafreundlich verbringst.

Hier erfährst du mehr: www.tourismus-bw.de

Weitere Hilfestellungen für umweltfreundliche Touristen

Um dir bewusst zu machen, wie klimabewusst du handelst, kannst du sogar mit dem Klimarechner des Umweltbundesamtes dein klimabewusstes Handeln ausrechnen.  

Den findest du hier: uba.co2-rechner.de

Hier noch ein kleinerer Tipp für Reisen, den die Meisten wahrscheinlich ohne darauf zu achten schon befolgen: Nutze die Möglichkeiten der modernen Welt wie digitalisierte Reiseinformationen, Broschüren und Landkarten. Unterlagen in Papierform werden so oft nach dem Urlaub einfach weggeworfen. Allerdings solltest du deine Geräte umweltschonend nutzen. Das bedeutet so wenig wie möglich Aufladen und sie nur für die wichtigen Dinge nutzen.

Bedenke auch, wie viel dein Gepäck wiegt, da sich das auch darauf auswirkt, wie hoch dein Verbrauch ist. Je schwerer dein Van oder das Wohnmobil, umso mehr Energie braucht der Motor, um dein Hab und Gut zu transportieren.

Wenn du angekommen bist und deinen Stellplatz für die nächsten Tage bezogen hast, lass dein Fahrzeug dort möglichst stehen. Campen ist umweltfreundlich, aber mit dem Camperfahren ist das nicht. Nutze den meistens vor Ort ansässigen Fahrradverleih und öffentliche Verkehrsmittel wie Busse oder Straßenbahnen, wenn du nicht zu Fuß das Urlaubsziel erkunden willst. Dabei schonst du nicht nur das Klima, sondern siehst auch mehr vom Land und den Leuten.

Und wo wir schon dabei sind: Reduziere, wie viel Müll du produzierst, achte darauf, wie du ihn entsorgst und gehe mit den Ressourcen bewusst um. Lass deine Abfälle nicht einfach irgendwo liegen, auch wenn andere oder die Einheimischen das tun. Jeder kann ein Vorbild sein, normalisiere solches Verhalten nicht weiter.

Und ein letzter Tipp zum Schluss: Bevor es losgeht, solltest du sämtliche Stecker bei dir zu Hause ziehen. Auch Standby verbraucht Strom!

Wenn du alle diese Tipps befolgst, ist dein Urlaub vielleicht immer noch nicht klimaneutral, aber so nah daran, wie er sein kann. Wenn auf höherer Ebene keine Änderungen geschehen, können wir nur bis zu einem gewissen Grad die Welt verbessern. Das heißt aber nicht, dass es uns freisteht, die Notsituation, in der sich die Erde befindet, einfach zu ignorieren. Tu deinen Teil! Wenn das genug Leute machen, muss die Wirtschaft irgendwann reagieren.

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