zuletzt aktualisiert:
25/9/2023
9 min
Maria

Wildcamping mit Kindern – Abenteuer mit der ganzen Familie

Manchmal will man mit den kleinen einfach hinaus in die Natur. Wildcampen ist eine der einfachsten Methoden, mit der Familie aus dem Haus zu kommen. Wir geben Tipps zum Wildcampen mit Kindern!

Mit der Familie Urlaub in der Natur zu machen kann für alle ein unvergessliches Erlebnis werden – damit das gelingt, sind einige Dinge zu berücksichtigen. Wer bei der Planung an Sicherheit, Beschäftigungsmöglichkeiten und das passende Gepäck denkt, macht alles richtig. Um dir einen Überblick zu den wichtigsten Aspekten zu verschaffen, haben wir dir hier zehn grundlegende Tipps für ein großartiges Wildcamping-Abenteuer für die ganze Familie zusammengestellt.

Tipps, wie Wildcamping mit Kindern ein tolles Erlebnis wird

1. Habe Beschäftigung für die Kinder dabei

Das können Bücher, Spielzeug oder auch – wenn die Kinder groß genug sind – Schnitzwerkzeug sein. Es muss nicht alles mit Survival zu tun haben, schließlich geht es auch um den Aufenthalt in der Natur und dass alle Spaß haben.

Wenn die Hütte gebaut, der Camper abgestellt, das Lager eingerichtet und alle wesentlichen Punkte wie Nahrung und Wärme geklärt sind, bleibt auch Zeit für ein gemütliches, kleines Lagerfeuer und ein paar Geschichten aus einem guten Buch.

Wer seinen Kindern den Survival-Aspekt näher bringen möchte, kann ihnen grundlegendes Equipment – bestehend aus Taschenmesser, Wasserfilter und Zunderbeutel fürs Lagerfeuer (oder Feuerstahl) – sowie Bücher passend zu dem Thema geben. Das kann Kräuterkunde, der Bau eines Shelters oder auch das Entfachen eines Feuers sein.

Auch übliche Aktivitäten für Kinder wie Ballspiele, Kartenspiele oder Fahrräder können den Urlaub spaßiger machen. Man darf nur nicht den Fahrradträger vergessen.

2. Erkläre den Kindern die Verhaltensregeln im Wald

Früh übt sich. Nach dem Leave-no-trace-Prinzip (dt.: keine Spuren hinterlassen) sollte der Übernachtungsort genauso verlassen werden, wie er vorgefunden wurde. Mit den Kindern lässt sich das wunderbar gemeinsam üben. Steht die Abreise bevor, wird Müll in verschiedene Beutel sortiert und verstaut, Glut vom Lagerfeuer gelöscht und Planen platzsparend eingerollt.

Ganz besonders nachts wird nicht laut geschrien, denn das könnte schlafende Tiere stören und ungebetene Gäste auf den Plan rufen. Beim Wildcamping ist der Mensch der Gast des Waldes – das sollten die Kinder möglichst früh verstehen. Davon werden sie ihr ganzes Leben profitieren.

Geschützte Pflanzenarten werden nicht gepflückt, stattdessen sollte auf essbare Gewächse zurückgegriffen werden, die nicht unter den Artenschutz fallen. Tiere werden mit Respekt behandelt – egal, ob groß oder klein. Und wenn man Feuerholz sammelt, ist die Regel immer totes Holz aufzuheben, keine lebenden Bäume zu fällen oder zu entasten.

3. Sorge für eine gute Planung und Sicherheit

Für den Beginn eignet sich ein Trekking- oder Biwakplatz, auf dem Wildcamping erlaubt ist. Das hat den Vorteil, dass die Zivilisation – je nach gewähltem Platz – möglicherweise nicht ganz so weit entfernt ist und andere, hilfsbereite Zeltende in der Nähe sind. An manchen Orten sind sogar primitive WCs und Feuerstellen vorhanden, was den Einstieg ins Wildcamping für die ganze Familie einfacher gestaltet.

Was die Sicherheit angeht, so kannst du deinem Kind ein einfaches Handy mit hoher Akkukapazität und GPS geben, für den Fall, dass es dich im Wald aus den Augen verliert. Macht euch markante Treffpunkte und -zeiten aus, wenn ihr unabhängig voneinander unterwegs seid. Es ist darauf zu achten, immer mindestens zu zweit unterwegs zu sein – egal, ob bei Tag oder Nacht. So kann niemand verloren gehen.

Teenager könnten alleine durch den Wald stromern wollen, doch auch hier sollte eine zweite Person dabei sein, sofern möglich. Ein gut erzogener Hund geht natürlich auch.

4. Bring Abwechslung rein

Die Natur bietet sich an, mit den Kindern eine kleine Schnitzeljagd zu veranstalten, bei der eine Person aus der Gruppe Hinweise verteilt, die zu einer Belohnung am Zielort führen. Das können zum Beispiel Süßigkeiten, kleine Knobelspiele oder lustige Sprüche sein. Wer mag, kann den Kindern auch eine Karte und einen Kompass in die Hand drücken und am Zielort einen Schatz vergraben.

5. Wecke das Interesse deiner Kinder an der Natur

Insektengläser mit Lupe eignen sich hervorragend, um kleine, krabbelnde Tiere zu beobachten. Mit einem Bestimmungsbuch dazu können deine Kinder spielerisch nach dem richtigen Artennamen suchen und sich in einem Notizbuch die Beobachtungen zu dem Tierchen notieren. Es gibt sogar Bücher, die zu der Becherlupe passen und spielerisch den Umgang mit Insekten vermitteln.

Wer weiß, dass sich die Kinder mehr für Vögel, Pilze, Pflanzen oder auch besondere Steine interessieren, kann natürlich dazu passende Bücher und Entdeckerspiele auswählen. Ein Fernglas bietet sich auf jeden Fall für die Packliste an.

6. Achte auf warme Kleidung und gut isolierende Schlafsäcke

Egal, wie warm und sonnig der Tag war – in der Nacht können die Temperaturen auf Minusgrade absacken. Gerade für Kinder kann – je nach Alter – eine gute oder schlechte Nacht darüber entscheiden, ob sie das Survival-Abenteuer wiederholen möchten oder nicht. Daher gilt: Besser noch ein paar Decken, Isomatten und Jacken einpacken – und auch die Taschenlampen nicht vergessen.

7. Nimm ein Erste-Hilfe-Set, Insekten- und Sonnenschutz mit

Für den Fall der Fälle – wenn doch einmal jemand über eine Wurzel stolpert oder von Mücken geplagt wird – sollten ein Erste-Hilfe-Set mit Pflastern, Desinfektionsmittel, Binden und kleiner Schere sowie Zeckenzange und Insektenspray nicht fehlen. Auch Sonnencreme empfiehlt sich – gerade dann, wenn Personen aus der Gruppe empfindliche Haut haben. Der Schatten des Waldes schützt – je nach Beschaffenheit – nicht vor allen Sonnenstrahlen. Sind Tümpel und Seen in der Nähe, ist in der warmen Jahreszeit mit Mücken zu rechnen.

Wer Allergien hat, sollte an seine Medikamente und Sprays denken.

8. Meide Privatgrundstücke und Naturschutzgebiete

Bei letzteren gelten meist besondere Regeln, bei ersteren brauchst du die Erlaubnis, um übernachten zu können. Am besten eignen sich für dein Wildcamping-Abenteuer öffentliche Wälder oder die bereits erwähnten Trekking- und Biwakplätze.

Wer mehr über die rechtlichen Bestimmungen zum Wildcamping in Deutschland wissen möchte, kann das in unserem Artikel zu dem Thema nachlesen.

9. Behalte das Lagerfeuer im Auge

Im besten Fall hast du einen Eimer Wasser immer danebenstehen und mindestens eine Person bewacht zu jeder Zeit das Feuer. Ein Windstoß und trockenes Laub können schnell einen Brand auslösen. Zudem sind die Ge- und Verbote sowie die Waldbrandstufe vor Ort unbedingt zu beachten. Wenn du nicht sicher bist, was für Regeln an deinem Übernachtungsplatz gelten oder du nicht einschätzen kannst, wie gut deine Kinder mit Feuer umgehen können, entfache lieber keines.

Wenn du die Feuerstelle verlässt, solltest du immer darauf achten, dass auch keine Funken oder Glut mehr vorhanden sind, die einen Waldbrand verursachen könne. Möchtest du auf Nummer Sicher gehen, lösche es mit Wasser und schütte großzügig Erde oder Sand auf die Stelle.

10. Hab einen Notfallplan

Nicht alle Kinder sind begeistert, wenn es darum geht, auf Gegenstände des Alltags zu verzichten und im dunklen Wald zu übernachten. Wenn du merkst, dass die Kinder gar keine Lust mehr auf das Wildcamping haben und jegliche Animationsversuche zwecklos sind, kann es besser sein, einen normalen Campingplatz mit Duschen, WCs und Beleuchtung aufzusuchen. Ihr könnt auch einen Kompromiss aushandeln, der alle aus der Gruppe zufrieden stimmt.

Wichtiges für die Packliste zum Wildcamping mit Kindern

Einiges wurde schon erwähnt, manches wird in dieser Liste noch ergänzt:

  • Für Survival: Taschenmesser, Zunderbeutel/Feuerstahl und biologisch abbaubare Feueranzünder, Schnitzmesser, Wasserfilter, Tarp oder Zelt, Isomatte, Schlafsäcke, Karte, Schnur, klappbare Schaufel, ggf. eine kleine Säge
  • Für die Gesundheit: Erste-Hilfe-Set, Insektenschutz, Sonnencreme, Antiallergika und Medikamente, passende Kleidung, festes Schuhwerk
  • Für die Hygiene: biologisch abbaubare Seife und Zahnpasta, Zahnbürsten, Becher, Wassergefäß, Handtuch
  • Proviant: an genug Wasser, kaum verderbliche Lebensmittel wie Salami, Käse, Knäckebrot und Dosennahrung mitnehmen und auch an eine entsprechende Notfallversorgung denken
  • Für Entdecker: Natur- und Bestimmungsbücher, Quartette, Spiele, Kompass und Karte, Fernglas, Lupenglas, Walkie-Talkie, Schnitzeljagd-Sets, Notizbücher
  • Fürs Lagerfeuer: Gruselgeschichten, Zutaten für Knüppelkuchen
  • Für die „Küche“: kleiner Gaskocher, Topf, Pfanne, Gaskartuschen (Alternativ geht natürlich auch das Erhitzen über dem Lagerfeuer.)
  • Zur Sicherheit: robustes Handy mit gutem Akku und GPS, Pfefferspray, Tarndecken für das Zelt, helle Taschenlampen, Gegenstände, um im Notfall Krach zu machen (z. B. eine Pfeife)
  • Für die Abreise: Müllbeutel, Wassereimer für die Feuerstelle

Fazit

Wenn du dich umfassend mit dem Thema Wildcamping und seinen rechtlichen Grundlagen, der Sicherheit, dem passenden Ort und der Packliste beschäftigt hast, steht dem gemeinsamen Urlaub nichts mehr im Wege. Genießt die frische Luft, das abenteuerliche Gefühl und die ganz besondere Freiheit inmitten der Natur.

Maria
Maria campt seit ihrer Kindheit und hat im Laufe der Zeit viele Erfahrungen aufgesammelt, sowohl zu den schönsten Reisezielen in Europa, als auch zu den wichtigsten Tipps, die man bei der Reise zu ihnen bedenken muss. Wenn du zum ersten Mal an einen Ort verreist, oder zum ersten Mal seit langem zurückkehrst, kann Maria dir weiterhelfen!
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