13/9/2022
8 min
Julian

10 unverzichtbare Planungs-Tipps für Camperreisen

Wir haben für euch 10 unverzichtbare Tipps für die Planung eurer nächsten Camperreise gesammelt!

Das Reisen in einem Van ist eine großartige Möglichkeit, die Welt mit einem knappen Budget zu sehen. Daher ist es kein Wunder, dass das Leben im Van zu einer so beliebten Lifestyle-Wahl geworden ist.

Die boomende Zahl an Leuten, die dem Leben aus dem Camper eine Chance geben, basiert darauf, wie viele Van-Life-Blogs und Van-Life-Influencern den Lifestyle bewerben. Das Leben in einem kompakten Wohnmobil wird jedoch nicht immer so einfach oder so perfekt sein, wie es auf Instagram aussieht und wir haben auch bereits über die Schattenseiten des Van Lifes geschrieben. Doch im Beitrag hier geht es weniger um Camping Toiletten oder die Körperhygiene im Urlaub, sondern um die Vorbereitung und die Ausstattung, die uns selbst auch schon häufig geholfen hat. Denn gerade, wenn du freistehen und Wildcampen möchtest und keine festen Anlaufstellen hast, ist eine gute Vorbereitung auf deine Reise umso wichtiger. 

Unsere 10 Tipps für die Planung deiner nächsten Camperreise

1. Warte deinen Van vollständig

Ist der Service gemacht? Hast du den Ölfilter, Reifen und Co. kontrolliert? Nichts ist schlimmer, als wenn dein Fahrzeug in einer fremden Umgebung liegen bleibt und abgeschleppt werden muss, besonders im Ausland. Meinem Nachbarn ist dies erst vor kurzem passiert, zum Glück blieb der Multivan T6 jedoch noch am Tag der Abreise liegen, bei der Organisation und Vorbereitung auf den Campingurlaub mit den Kindern, sodass er den Van noch spontan wechseln konnte. 

2. Pack für jedes Wetter

Auch wenn du in den Badeurlaub fahren solltest und mit extremer Hitze oder auch wie beim Camping in Albanien mit 300 Sonnentagen planst, können die Nächte kalt werden. Auch legst du, bis du am Ziel ankommst, eine Menge an Kilometern zurück. Ich selbst habe das Phänomen des spontanen Wetterumschwungs im Juni beim Camping in der Eifel erlebt. Bei unserer Abfahrt hieß es Sonnenschein und blauer Himmel. Am zweiten Tag stand ich dann in Flip-Flops auf dem Campingplatz und wir hatten innerhalb weniger Stunden statt Sonne plötzlich Schneefall. Hätte klüger packen sollen! 

3. Denken auch an deine Freizeit

Kleidung, Decken, Essen und Hygieneartikel gehören zum täglichen Bedarf und sind wichtig, doch wenn du mehrere Tage alleine oder mit Partner/Kindern unterwegs bist, darfst du auch die Beschäftigung nicht vergessen. Klar, für die Kinder haben wir Malbücher und Stifte, Puzzle oder auch eine Kiste Lego dabei, falls es mal schlechtes Wetter hat. Bei gutem Wetter beschäftigen wir uns dagegen mit Laufrad, Dreirad oder auch der Slackline, die auch bei den Kleinen super ankommt, sowie mit Sandspielzeug und Bällen. Ich selbst packe mir gerne ein gutes Buch ein, oder auch Technikspielzeug wie unsere Drohne. Aber auch eine Schaukel, die wir an der Seitentüre anbringen können, hat sich für uns als Camping-Allstar bewährt. 

 

4. Überprüfe die Regeln und das Gesetz in den Ländern, die du bereist oder auch nur durchquerst

Wir kennen es bereits, jedes Land hat unterschiedliche Regeln, und sei es nur die Maut oder Vignetten Pflicht. In Norwegen ist es beispielsweise völlig legal, überall zu übernachten, solange es 150 Meter vom nächsten Haus oder der nächsten Hütte entfernt ist. In der Schweiz hingegen ist Wildcampen verboten. Unterschiedliche Regeln für das Wildcampen in Europa sind also an der Tagesordnung. Aber auch Verkehrsregeln, Höchstgeschwindigkeiten, oder ob du einen CO2-Feuerlöscher dabei haben musst, sind Fragen, die es im Voraus zu klären gilt. 

5. Das passende Werkzeug immer dabei

Ich habe immer das passende Werkzeug und je nach Zielregion auch einen zusätzlichen Wohnmobilreifen dabei. Dein Reifen kannst du übrigens auch nur tauschen, wenn du entsprechendes Werkzeug hast, weshalb das eine ohne das andere gar keinen Sinn macht. Zwar ist der Ersatzreifen Meisterorts nicht Pflicht, doch wenn du ihn brauchst, wirst du sehr dankbar sein, ihn dabei zu haben. Dies gilt insbesondere, wenn dein Fahrzeug eine der aufwändigen DIY-Campervan-Umbauten ist, die sich vielleicht nicht ganz so leicht mit lokalen Teilen ausbessern lassen.

6. Wähle eine gute Versicherung und Pannenschutz

Manchmal hilft auch das Werkzeug nicht mehr weiter. Besonders dann is ist sehr wichtig, eine geeignete Versicherung und einen Pannenschutz für deine Reise zu finden. Egal, wie viel du planst, irgendetwas kann immer schiefgehen, aber eine gute Absicherung für deinen Van und auch deine Sachen kann dazu beitragen, dass sich eine stressige Situation ein wenig entspannter anfühlt. Und so fährst du auch rechtlich sicherer, sollte es zu einem Unfall kommen.

7. Verlass deine Komfortzone

Einer unserer wichtigsten Tipps: Habe keine Angst davor, außerhalb deiner Komfortzone zu leben. Selbst wenn man einen alternativen Lebensstil führt, kann es leicht sein, in ein angenehmes Muster oder eine Routine zu verfallen. Einen Campingplatz dem Wildcampen vorziehen oder die Autobahn statt der landschaftlich reizvollen Route zu nehmen, ist oft einfach entspannter oder einfach gewohnter. Aber die besten Erlebnisse und Erfahrungen wirst du dort machen, wo du dich von deiner Routine verabschiedest und etwas anderes ausprobierst.

8. Sprich mit anderen Reisenden

Du musst nicht jedem, dem du begegnest, deine komplette Lebensgeschichte erzählen. Aber mit Fremden zu reden, die eine ganz andere Lebenserfahrung haben als du, kann sehr bereichernd sein! Sei freundlich, tausch dich aus und lerne, Smalltalk zu halten. Uns helfen auch heute noch Gespräche mit den Menschen, die wir unterwegs treffen, wenn es um Reiseziele, aber auch Reparaturen, Tipps zu Stellplätzen oder zur Routine mit den Kindern beim Reisen geht. 

Leute, die einen ähnliche Reise geplant haben wie du, sind normalerweise leicht zu verstehen und haben ähnliche Interessen. Es kann großartig sein, ein paar Tage mit neuen Leuten zu verbringen – scheue dich nie, an eine Tür zu klopfen und Hallo zu sagen. Du weißt nie, wen du vielleicht triffst!

Wenn du Fragen hast, bevor du auf die Reise mit dem Wohnmobil gehst, zögere nicht, du kannst dich auch online an andere Reisende wenden. Instagram, Facebook oder auch ein Camping-Forum sind großartige Möglichkeiten, Menschen mit mehr Erfahrung im Straßenleben zu finden, von denen du lernen kannst.

Die Erfahrungen, die bereits gemachten Fehler und die Camping-Anfänger-Tipps anderer helfen uns dabei, unseren eigenen Weg zu finden und unsere Camping-Hacks regelmäßig zu überprüfen und zu verbessern. 

9. Überleg dir wie du unterwegs technische Geräte laden möchtest

Beamer, Drohne, Computer, Wasserkocher oder auch ein Elektrogrill sind tolle Reisebegleiter, sind aber völlig nutzlos, wenn du die Akkus der Geräte nicht aufladen kannst. Eine Powerstation mit Solarpanel oder ein Ladekabel das sich auch während der Fahrt auflädt, kann eine Lösung sein. 

10. Weniger ist mehr - lerne zu verzichten und Kompromisse einzugehen

Als Letztes auf unserer Liste - Genieße die Zeit und zwing dich nicht, so viel wie möglich zu erleben. Lass dich nicht hetzen, vermeide Touristenfallen und plane deine Ausgaben und deine Route sorgfältig. Wenn du zum Beispiel anstatt auf Campingplätze auf einen Stellplatz oder kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten zurückgreifst oder selbst kochst, sodass du nicht immer essen gehen musst, sparst du dein Budget, kannst länger unterwegs sein und Attraktionen wie Fallschirmspringen, Tauchen oder auch Canyoning genießen. Dein Urlaub muss niemanden außer dir beeindrucken. Genieße ihn!

Julian
Seit Kindertagen als Pfadfinder ist Julian schon seit Leben lang Camper und bis zum heutigen Tage begeisterter Experte in allem rund ums Thema Camping und Zubehör.

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